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Krankenhausbeschäftigte protestieren bundesweit

Bundesweiter Protest - Klinikmitarbeiter fordern mehr Personal

Frustriert, überlastet, ausgebrannt - das sind viele Pflegekräfte in unseren Kliniken, sagt die Gewerkschaft verdi. Grund sei die viel zu dünne Personalausstattung. Heute finden an vielen Kliniken Protestaktionen statt - unter anderem in Heppenheim, Mainz und Mannheim.

In Berlin findet heute eine Gesetzes-Anhörung statt, in der es um den künftigen Personalschlüssel an den Kliniken geht. Bislang bewege sich da in der Politik zu wenig, kritisiert die Gewerkschaft. Bundesgesundheitsminister Spahn liefere nur leere Versprechungen und wirkungslose Trostpflaster. Mit Foto-Aktionen vor zahlreichen Kliniken wollen Pflegkräfte heute auf ihre Situation aufmerksam machen und ihrer Forderung nach deutlich mehr Personal in der Pflege Nachdruck verleihen.

FFH-Reporter Marc Wilhelm über den Pflege-Protest in Heppenheim

© FFH

Viele Versprechungen - an den Kliniken kommt nichts an

"Die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie“, betont Georg Schulze, Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei der Gewerkschaft ver.di in Hessen. „Schon seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Doch trotz vieler Versprechungen kommt in den Kliniken nichts an.“  

Flucht aus dem Beruf

„Die Menschen können nicht so versorgt werden, wie es sein sollte. Die Kolleginnen und Kollegen gehen unzufrieden nach Hause. Etliche reduzieren ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie es nicht mehr aushalten. Sie brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich die Bedingungen verbessern,“ sagt Uwe Richtmann, Personalratsvorsitzender der Frankfurter Uniklinik.

Verdi-Sprecher Fabian Dzewas-Rehm in Marburg

"Viele flüchten aus dem Beruf. Das muss anders werden"

Silke Steetskamp von Verdi in Rheinland-Pfalz war jahrelang an der Universitätsklinik Mainz beschäftigt. Sie weiß um die Nöte der Beschäftigten.

Verdi fordert, dass die Kliniken bedarfsgerecht mit Pflegepersonal versorgt werden und nicht nach Bugetvorgaben, die den Krankenhäusern gemacht werden. 

Protest-Aktionen finden unter anderem an der Frankfurter Uniklinik, in Rüsselsheim im Gesundheits- und Pflegezentrum, in Heppenheim im Kreiskrankenhaus Bergstraße, in Wiesbaden an den Dr. Horst-Schmidt-Kliniken und am St. Josefs-Hospital, in Marburg auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz und in Mainz vor der Uniklinik statt.

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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