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Nach Felssturz: Straße einseitig wieder frei

Nach Felssturz an Loreley - Straße im Rheintal einseitig wieder frei

Nach dem massiven Felsrutsch im Rheintal nahe der Loreley ist die Bundesstraße 42 jetzt  tagsüber wieder einspurig befahrbar - geregelt mit einer Wechsel-Ampel. Allerdings zunächst nur zwischen 5 Uhr und 19 Uhr. Nachts braucht man die Straße, um weiteres Geröll abzufahren.

Bis zu acht Bagger tragen Schieferschutt ab

Derzeit wird mit bis zu acht Baggern der Schieferschutt abgetragen, der sich gelöst hatte und teils zusätzlich gesprengt wurde. Die Bundesstraße und die vor allem von Güterzügen stark genutzte Strecke waren seither voll gesperrt. Die Bahn und mehrere Spezialfirmen arbeiten daran, die Schuttberge abzutragen und abzutransportieren. Zudem werden etwa 600 bis zu 45 Kilo schwere Anker in den Stein gesetzt, um daran Schutznetze zu befestigen. 

 

FFH-Reporter Christoph Visone berichtet von den Hang-Sicherungen an der Loreley

© FFH

FFH-Reporter Christoph Visone berichtet von der Hangsicherung an der Loreley

Kosten: 20 bis 30 Millionen Euro

Die Bahn rechnet damit, dass die gesamte Hangsicherung am Ende rund 20 bis 30 Millionen Euo Kosten verursachen wird. Das bleibt an der Bahn hängen, dagegen ist man auch nicht versichert. "Wir hoffen, dass so etwas in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht wieder passiert", sagt DB-Netz-Vorstand Volker Hentschel. 

Sechs Meter hoher Schutzwall wird errichtet

Zeitgleich mit den Sicherungsarbeiten wird jetzt ein sechs Meter hoher und rund hundert Meter langer Schutzwall entlang der Gleise gebaut. Er wird aus dem abgerutschten Geröll und einer speziellen Zementmischung zusammengemischt. Er soll während der Arbeiten und auch darüber hinaus die Gleise und die Bundesstraße vor weiteren Geröll-Stürzen schützen.

Tonnen von Geröll müssen abtransportiert werden

Die Bundesstraße 42 ist jetzt erst mal einseitig und auch nur tagsüber für den Autoverkehr geöffnet worden. Nachts braucht man die Strecke weiter für den Abtransport der Geröllmassen - hierfür sind ständig mehr als 20 Lastwagen unterwegs. Schließlich müsen insgesamt run 15.000 Quadratmeter Gestein weggeschafft werden. Gearbeitet wird an der Loreley-Baustelle rund um die Uhr und auch an den Wochenende, um dann auch die Bahnstrecke so schnell wie möglich frei zu bekommen.

Züge rollen ab 2. Mai teilweise wieder

Die Rheintal-Bahnstrecke ist die meistbefahrene Güterzugstrecke Europas. Derzeit müssen über 100 Güterzüge täglich umgeleitet werden. Für die Fahrgäste der Regionalzüge gibt es Ersatzbusse. Doch jetzt ist auch hier eine Freigabe zumindest eines Gleises in Sicht, hat Bahn-Instandhaltungs-Leiter Frank Osterroth unserem Reporter vor Ort gesagt:

"Wir haben erhebliche Verluste mit dem Verlust der rechten Rheinstrecke"

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Bald auch wieder stündlich Regionalzüge

Wenn die Arbeiten an dem Schieferhang also planmäßig so weitergehen, geht die Bahn davon aus, dass ab 2. Mai wieder Güterzüge auf einem Gleis in  Nord-Süd-Richtung fahren können. Zudem soll im Ein-Stundentakt auch ein Personenzug-Angebot wieder funktionieren.

Peter Hartmann

Reporter
Peter Hartmann

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