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SEK in Frankfurt wird aufgelöst

Nach rechtsextremen Chats - Beuth löst Frankfurter SEK auf

Das SEK Frankfurt wird aufgelöst. Nachdem bekannt wurde, dass gegen rund 20 Beamte beim Spezialeinsatzkommando wegen Mitgliedschaft in einer rechtsradikalen Chatgruppe ermittelt wird, hat Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) beschlossen, diesen Schritt zu gehen.

Zugleich wurde Stefan Müller, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Westhessen und ehemaliger Leiter einer Direktion Spezialeinheiten, damit beauftragt, einen Expertenstab zur Neustrukturierung der Spezialeinheit zu leiten.

Neustart für das SEK

„Wir stoßen heute einen fundamentalen Neustart für das SEK an. Es wird beim Spezialeinsatzkommando ein grundlegender organisatorischer Umbau erfolgen. Zudem muss dort eine gänzlich neue Führungskultur auf den unteren und mittleren Vorgesetztenebenen geschaffen werden. Natürlich sind unsere Spezialkräfte auch in Zukunft unverzichtbar.“ sagte der CDU-Politiker.

Beuth: "Das inakzeptable Fehlverhalten macht für mich das Auflösen des SEK Frankfurt unumgänglich."

Hessens Innenminister Peter Beuth zur Auflösung des Frankfurter Sondereinsatzkommandos.

Beuth: "Den Vorwürfen wird konsequent strafrechtlich und disziplinarisch nachgegangen."

Chats von 2016 bis 2017

Ermittlungen des Hessischen Landeskriminalamtes haben Aussagen in Chats zwischen Polizisten des SEK Frankfurt zu Tage gefördert, denen strafrechtlich und disziplinarisch nachgegangen wird. Die Chats stammen überwiegend aus den Jahren 2016 und 2017. 18 Beamte des SEK Frankfurt wurden aus dem Dienst entfernt. 

„Das inakzeptable Fehlverhalten gleich mehrerer Mitarbeiter sowie das Wegsehen unmittelbarer Vorgesetzter im SEK Frankfurt hat dessen komplette Auflösung nötig gemacht. Zahlreiche Spezialkräfte haben sich nichts zu schulden kommen lassen, sie werden ihrer wichtigen Tätigkeit künftig in neuen Strukturen nachgehen."

Besondere moralische Anforderungen

Die Spezialeinsatzkommandos seien besonders geschulte Spezialisten. Sie rückten an, wenn es gefährlich wird. Dann müssten sie einen kühlen Kopf bewahren. "Wir stellen besondere fachliche Anforderungen an diese Spezialeinheiten. Wir erwarten von ihnen aber auch besondere moralische Ansprüche und ein festes Wertefundament", so Polizeipräsident Stefan Müller.     

Kritik an Innenminister Beuth

Der Frankfurter Polizei-Skandal bringt nun auch Innenminister Beuth zunehmend unter Druck. Zwar hat er das Frankfurter SEK aufgelöst, nachdem sich herausstellte, dass sich auch hier offenbar Beamte mit rechtsradikaler Gesinnung tummelten. Der Linken reicht der Schritt von Beuth aber nicht aus. 

Wissler: "Das Maß ist voll - Innenminister muss zurücktreten."

Janine Wissler, Bundesvorsitzende der Linken, fordert den Rücktritt von Innenminister Beuth.

"Wir langen das Experten eingesetzt werden, die außerhalb der Polizei sind und das aufarbeiten."

Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Linken, fordert Experten zur Aufklärung des Skandals.

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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