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Kein Nobelpreis für Mainzer Biontech-Forscher

Kein Nobelpreis für Biontech - Nobelpreis geht nicht nach Mainz

Die Biontec Gründer und Forscher Ugur Sahin und Özlem Türeci

Nichts hat die Welt seit dem Frühjahr 2020 so sehr durcheinandergewirbelt wie ein kleines, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennendes Virus. Mit der ungewöhnlich schnellen Entwicklung der mRNA-Impfstoffe durch Biontech bekam die Welt Ende 2020 ein Mittel im Kampf gegen das Virus und die Corona-Pandemie an die Hand. Viele hatten jetzt darauf gesetzt, dass die beiden Gründer den Nobelpreis für Medizin bekommen. 

Ist es schon an der Zeit für einen Nobelpreis für die Forscherinnen und Forscher Ugur Sahin, Özlem Türeci  sowie Katalin Kariko? Manche hielten das für möglich - doch das hat sich jetzt nicht bewahrheitet. Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr stattdessen an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Unterstützung, aber auch Kritik für Biontech

In einem offenen Brief hatten zuvor mehr als 200 Corona-Überlebende, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Angehörige von Gestorbenen aus 40 Ländern die wissenschaftliche Leistung von Biontech gewürdigt. Zugleich kritisierten sie, dass das Unternehmen das Rezept für den Impfstoff nicht mit der Weltgesundheitsorganisation WHO teile, damit Produzenten weltweit den Impfstoff herstellen können.

Zudem habe Biontech Bemühungen unterlaufen, Regeln zum Schutz des geistigen Eigentums bei Corona-Impfstoffen aufzuheben. Nur 0,3 Prozent der Corona-Impfstoffe seien an Niedriglohnländer gegangen. "Kein Nobelpreis für Biontech", forderte deshalb die Initiative.

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