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Gedenkfeier für erschossenen Tankstellen-Kassierer

Idar-Oberstein - Gedenkfeier für erschossenen Kassierer

Für den Tankstellen-Kassierer Alex W., der im Streit um das Tragen einer Corona-Maske von einem Kunden erschossen wurde, gab es eine öffentliche Gedenkfeier.

Angehörige und Freunde nahmen am Nachmittag von dem 20-Jährigen Abschied, der am 18. September getötet wurde. Die Gedenkfeier der Freunde und Familie des Opfers wurde von der Stadt unterstützt. Rund 400 Teilnehmer hatten sich laut Stadt zum "Gedenken an Alex" in der Messe in Idar-Oberstein angemeldet.

Kopfschuss - wegen Maskenpflicht

Der junge Student, der in der Tankstelle als Aushilfe arbeitete, war von einem Kunden mit einem Schuss in den Kopf getötet worden. Zuvor hatte er diesen mehrfach auf die Maskenpflicht hingewiesen, da der Mann ohne Maske Bier kaufen wollte. Nach seiner Festnahme sagte der Täter, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne. Der 49-jährige Deutsche sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Tat löste bundesweit großes Entsetzen und Anteilnahme aus.

Bundesweite Anteilnahme

Bei der Gedenkfeier ergriffen unter anderem Oberbürgermeister Frank Frühauf (CDU) und Angehörige das Wort. Für die rheinland-pfälzische Landesregierung nahm Innenminister Roger Lewentz (SPD) teil. Für die Bundesregierung war Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vor Ort.

Bewegende Szenen bei der Feier

Besonders bewegend war die Rede von Alex‘ Mutter. Sie sagte, Alex solle nicht als der Junge, der erschossen wurde in Erinnerung bleiben -  er sei nämlich viel mehr als das gewesen. Charismatisch und lebensfroh. Sie appellierte, nicht zu hassen. Niemand solle die Familie des mutmaßlichen Täters verurteilen.  Auch diese Familienmitglieder seien Opfer, sie hätten nicht geschossen. Nach der Gedenkfeier hatten Freunde des getöteten Studenten symbolisch eine Handvoll Luftballons in den Himmel aufsteigen lassen. 

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