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Angehörige im Hanau Untersuchungsausschuss

Hanau Untersuchungsausschuss - Angehörige werden als Zeugen befragt

© FFH/ Neuhaus

Neun Menschen sterben in Hanau durch die Schüsse eines 43-jährigen Deutschen. Der Untersuchungsausschuss des Landtags hört erstmals Angehörige von zwei Opfern als Zeugen an. Ein schwerer, aber auch wichtiger Gang, sagt die "Initiative 19. Februar Hanau".

Drei Angehörige von Opfern des rassistischen Anschlags von Hanau werden als erste Zeugen im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags gehört.

Weitere Sitzungen mit Angehörigen

Dabei handelt es sich um die Cousine von Kaloyan Velkov sowie um den Bruder und die Partnerin von Fatih Saraçoglu. Kalyan wurde am Heumarkt in einer Bar hinter dem Thresen durch die Schüsse des Attentäters ermordet. Seine Cousine berichtet in bewegenden Worten, aber dennoch sehr gefasst, wie es ihr in der Tatnacht erging.

Wie ein Horrorfilm

Das habe sich wie ein Horrorfilm angeführt, so die 38-jährige Mutter von zwei Kindern, die in der Nacht in Hanau zum Heumarkt gefahren war, um ihren Cousin zu suchen,  Sechs Tage lang sei sie über den Hergang des Anschlags nicht informiert worden. Von dem Tod ihres Cousins, mit dem sie zusammen aufgewachsen war, habe sie in einer Halle erfahren, wo eine Liste der Mordopfer verlesen wurde.       

Die Opferinitiative fordert kritische Aufarbeitung

Auch in den drei darauffolgenden Sitzungen am 17. und 20. Dezember sowie am 21. Januar 2022 sollen jeweils drei Angehörige von weiteren Opfern zu Wort kommen. Begleitet werden die öffentlichen Sitzungen von der Hanauer Opferinitiative,  in der sich Angehörige der Toten sowie Überlebende zusammengeschlossen haben, am 19. Februar mit Mahnwachen in Wiesbaden auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Sie fordern eine kritische Aufarbeitung, unter anderem zu den Waffenerlaubnissen für den Attentäter, der Sportschütze war, sowie zur Nichterreichbarkeit des Hanauer Polizei-Notrufs 110 in der Tatnacht.

Behördenversagen während und nach der Tatnacht? 

Ein 43-jähriger Deutscher hatte am 19. Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Vermutlich erschoss er danach seine Mutter und sich selbst. Im Fokus des Untersuchungsausschusses steht ein mögliches Behördenversagen vor, während und nach der Tatnacht. So soll etwa der Frage nachgegangen werden, welche Informationen der Landesregierung und den Behörden über den Täter vorlagen und ob mit den Informationen "sachgerecht umgegangen" wurde.

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