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Zwei tote Kinder in Hanau: Vater in Frankreich festgenommen

Zwei tote Kinder in Hanau - Vater in Frankreich festgenommen

Der unter Mordverdacht stehende Vater der beiden in Hanau getöteten Kinder ist dem Vernehmen nach bereits in einem Fall wegen häuslicher Gewalt aufgefallen.

Wann der Mann, der am Samstag in der Nähe von Paris festgenommen wurde, nach Deutschland überstellt wird, ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft nach wie vor nicht absehbar. Er schweige weiter zu den Vorwürfen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Junge stirbt schwerverletzt im Krankenhaus

Am vergangenen Mittwoch war vor einem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt ein schwer verletzter, elfjähriger Junge gefunden worden, der kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Seine siebenjährige Schwester wurde tot auf dem Balkon einer Wohnung im neunten Stockwerk des Hochhauses gefunden, in der die Kinder mit ihrer Mutter lebten.

Als Tatverdächtiger galt der 47-jährige Vater der beiden Kinder, der am Samstagmorgen in der Nähe von Paris festgenommen wurde.

Zielfahnder erfolgreich

Zielfahnder des Landeskriminalamtes hatten ihn mit Unterstützung weiterer Experten der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes lokalisiert. Gegen den Mann lag bereits seit dem Tag der Tat ein Haftbefehl vor, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hanau sagte.

Mann dürfte in U-Haft kommen

Nach seiner Überstellung von Frankreich nach Deutschland werde er dem Ermittlungsrichter vorgeführt, danach dürfte er in Untersuchungshaft genommen werden, so die Sprecherin.

Dem Hanauer Jugendamt hatten bereits mehrere Monate vor der Tat Hinweise auf familiäre Probleme vorgelegen, wie die Stadt bekanntgegeben hatte.

Staatsanwältin Lisa Pohlmann zur schnellen Festnahme

"Alle Beteiligten haben rund um die Uhr gearbeitet"

Alle Beteiligten haben wirklich rund um die Uhr gearbeitet. Kennt keiner Arbeitszeiten oder ähnliches. Da ist das Engagement Super groß. Unnatürlich bei dem Tatvorwurf und auch bei diesem schrecklichen Fall total nachvollziehbar. Der Tatverdächtige wird nach Deutschland ausgeliefert werden und hier dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt

© HIT RADIO FFH

Schock in der Stadt

Die Tat sorgte derweil weiter für Anteilnahme in der Stadt im Osten des Rhein-Main-Gebietes. Anwohner legten Kerzen, Blumen und Plüschtiere im Innenhof des Hochhauses ab.

Es befindet sich unweit des ersten Tatortes des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau. Damals hatte ein 43 Jahre alter Deutscher in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Danach tötete er seine Mutter und nahm sich selbst das Leben.

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