Nachrichten > Rhein-Main, Top-Meldungen >

Nach Attentat in Hanau - Untersuchungsausschuss fehlen Informationen

Hanau-Untersuchungsausschuss - Abgeordnete sagen es fehlen Informationen

Ein Aktenordner mit der Aufschrift «#SayTheirNames. Hanau-Untersuchungsausschuss» liegt beim Auftakt des Untersuchungsausschusses zum rassistischen Anschlag von Hanau 2020 auf dem Platz einer Abgeordneten der Partei Die Linke.
© dpa

Ein Aktenordner mit der Aufschrift «#SayTheirNames. Hanau-Untersuchungsausschuss» liegt beim Auftakt des Untersuchungsausschusses zum rassistischen Anschlag von Hanau 2020 auf dem Platz einer Abgeordneten der Partei Die Linke.

Neun Menschen wurden bei einem rassistisch motivierten Attentat in Hanau getötet - um Aufklärung bemüht sich ein Untersuchungsausschuss im Landtag. Die Abgeordneten meinen, dass wichtige Informationen fehlen.

So hält der Generalbundesanwalt Wärmebildaufnahmen aus einem Polizeihubschrauber zurück. Es beweist angeblich, dass das Haus des Attentäters ungesichert war und er in der Zeit hätte fliehen können. Die Kritiker schimpfen, dass das weitere Versäumnisse der Polizei sind.

Ausschuss-Vorsitzender denkt sogar über eine Klage nach

Außerdem fehlen Akten oder vieles darin wurde geschwärzt etwa die Todeszeitpunkte der neun Opfer. Der Generalbundesanwalt wird bald selbst im Ausschuss erscheinen. Sollte er hier nicht einlenken, denkt der Vorsitzende des Ausschusses über eine Klage nach.

51 Kilometer Akten gesichtet

Insgesamt hat der Untersuchungsausschuss für seine Arbeit von 14 Behörden 369 Aktenordner mit rund 175 000 Blatt Papier erhalten und gesichtet. "Dies entspricht aneinandergelegt rund 51 Kilometern und damit ungefähr der Luftlinie von Wiesbaden nach Hanau", sagte der Ausschussvorsitzende Weiß (SPD) in Wiesbaden in einer Zwischenbilanz zu den Untersuchungen. Das Gremium hatte sich Mitte 2021 konstituiert und Anfang Dezember zum ersten Mal öffentlich im hessischen Landtag in Wiesbaden getagt.

nach oben