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Dieselskandal: Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet bei Hyundai und Kia

Hyundai und Kia im Fokus - Dieselskandal-Razzia in Rhein-Main

© dpa

Es geht bei den Durchsuchungen um unzulässige Abschalteinrichungen bei Diesel-Wagen (Symbolbild).

Durchsuchungen im Dieselskandal am Vormittag unter anderem im Rhein-Main-Gebiet. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen Verantwortliche von Hyundai und Kia sowie gegen den Automobilzulieferer BorgWarner (ehemals Delphi).

Insgesamt liefen den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge Durchsuchungen in acht Objekten in Deutschland und Luxemburg. Der Schwerpunkt der Maßnahmen lag im Rhein-Main-Gebiet, hiess es.

Hyundai bestätigt Durchsuchungen

Hyundai in Offenbach hat die Durchsuchungen auf FFH-Nachfrage bestätigt. Ein Sprecher sagte unserem Reporter: "Wir kooperieren mit den Behörden". Weitere Angaben wollte er mit Hinblick auf das laufende Verfahren nicht machen.

140 Ermittler im Einsatz

Bei den Durchsuchungen wollten die rund 140 Ermittler Beweismittel wie Kommunikationsdaten, Software und Planungsunterlagen sichergestellt werden.

Ermittlungen wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des Betruges und der Luftverunreinigung. Es geht um unzulässige Abschalteinrichtungen. Hyundai und Kia sollen bis 2020 mehr als 210.000 Diesel-Fahrzeuge damit in Verkehr gebracht haben.

Autos stoßen mehr Stickoxide aus als erlaubt

Im Realbetrieb würden die Autos deutlich mehr Stickoxide ausstoßen als erlaubt, so die Staatsanwaltschaft. Den Kunden sei das aber nicht gesagt worden – auch nicht, dass ihre Fahrzeuge mutmaßlich nicht die Voraussetzungen einer EURO 5 beziehungsweise einer EURO 6-Zulassung erfüllen.

Staatsanwaltschaft sieht Täuschung

Die Staatsanwaltschaft sieht eine Täuschung der Kunden. Ihnen könnte dadurch ein Schaden entstanden sein.

Betroffen sind den Angaben zufolge die Hyundai und Kia-Modelle mit folgenden Diesel-Motoren:

  • 1.1 l
  • 1.4 l
  • 1.6 l
  • 1.7 l
  • 2.0
  • 2.2 l

Die Motorsteuerungssoftware soll von Bosch und dem damaligen Zulieferer Delphi stammen, der jetzt zum BorgWarner Konzern gehört.

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