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FFH-Stichprobe in Frankfurt: Probleme mit Kita-Essen nach Cyberattacke

FFH-Stichprobe in Frankfurt - Probleme mit Essenslieferung für Kitas

© dpa

Wegen eines Hackerangriffs gibt es in einigen Frankfurter Kitas gerade Probleme bei der Essensversorgung.

Das zeigt eine FFH-Stichprobe. Der Angriff hatte den Groß-Lieferanten Apetito getroffen. "Wir haben derzeit keinen Zugriff auf unsere IT-gestützten Systeme, da unsere Server attackiert wurden", teilt das Unternehmen mit.

Die Stadt Frankfurt sagt auf unsere Nachfrage: "Der kommunale Eigenbetrieb, Kita Frankfurt, arbeitet mit Apetito zusammen. Hier sind ca. 10 500 Kinder betroffen. Einrichtungen und Eltern wurden frühzeitig über die Störungen in der Essensbelieferung informiert."

Internetseite ist nicht erreichbar

Die Mitarbeiterin einer Kita im Gallus berichtet unserem Reporter: "Es läuft leider nicht gut. Diese Woche kommt zu wenig Essen." Aus einer Kita in Sachsenhausen heißt es: "Wir mussten einmal schon Lebensmittel zukaufen, weil es sonst nicht gereicht hätte."

In einer Mitteilung betont die Stadt, es gebe trotz der Probleme genug Essen für die Kinder. "Die überwiegende Anzahl der Kinderzentren hat in den letzten Tagen Essen in ausreichender Anzahl erhalten und nur in Einzelfällen kam es zu Totalausfällen."

"Kein Kind wird verhungern"

Ein weiteres Problem: Wegen des Cyberangriffs ist die Internetseite von Apetito nicht erreichbar, heißt: Aktuell können die Kitas gar kein Essen für die kommende Woche bestellen.

Insgesamt herrscht aber Gelassenheit. Eine Erzieherin sagt: "Im Zweifel kochen wir eben selbst. Hier wird kein Kind verhungern." 

Apetito arbeitet an Lösung

Unklar ist, wann sich die Situation wieder verbessert. "Ein Expertenteam intern und extern arbeitet mit Hochdruck an Analyse und Lösungen", sagt Apetito.

Die Stadt sagt: "Nach aktueller Einschätzung werden ab kommenden Montag alle Einrichtungen mit vegetarischen Kleinkind- Kindergarten- und Hortkindgerechten Essenskomponenten in ausreichender Anzahl beliefert. Dabei enthalten alle Essenslieferungen auch wieder Rohkost und Obst."

Handelsverband Hessen warnt vor Cyberattacken

Unterdessen hat der Hessische Handelsverband vor zunehmenden Hackerangriffen auf kleine und mittlere Unternehmen gewarnt. Die Firmen "müssen und können sich vor den Cyberattacken umfassend schützen", sagt Digitalexperte Marcel Rösel.

Weil die Herausforderung immer größer wird, will der Handelsverband jetzt - unter anderem in Zusammenarbeit mit der Polizei - regelmäßige IT-Sicherheitsschulungen organisieren. 

Yanik Schick

Reporter
Yanik Schick

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