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Nach Warnstreik: Verdi und Lufthansa verhandeln wieder in Frankfurt

Tarifverhandlungen gestartet - Ohne Einigung wohl neue Lufthansa-Streiks

© dpa

In einem Frankfurter Flughafen-Hotel verhandelt Verdi heute in einer dritten Runde mit der Lufthansa. 

Nach dem Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals haben die neuen Verhandlungen der Tarifpartner in diesen Minuten begonnen - in einem Frankfurter Flughafenhotel.

In der dritten Verhandlungsrunde geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 20.000 Beschäftigten - darunter um Techniker, Check-In-Kräfte und IT-Experten. 

Abschluss der Verhandlungen am Donnerstag?

Die Parteien haben sich zwei Tage Zeit genommen, so dass ein Abschluss am Donnerstag möglich erscheint. Für den Fall einer Nicht-Einigung hat Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle bereits mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zur Hauptreisezeit gedroht. Sie verlangte, dass Lufthansa ein abschlussfähiges Angebot vorlegt.

Mehr als 1.000 Lufthansa-Flüge beim vergangenen Warnstreik ausgefallen

Verdi hatte am vergangenen Mittwoch mit ihrem Warnstreik mehr als 1.000 Lufthansa-Flüge und damit nahezu das gesamte Flugprogramm ausfallen lassen. Rund 134.000 Fluggäste mussten ihre Pläne ändern, etliche Passagiere strandeten an den Drehkreuzen. Zuvor war bislang in zwei Runden verhandelt worden.

Verdi fordert 9,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten

Die Gewerkschaft verlangt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten durchgehend Gehaltssteigerungen von 9,5 Prozent, mindestens aber 350 Euro im Monat, woraus sich in den unteren Gehaltsgruppen höhere Steigerungen ergeben würden. Zudem sollen die Mindeststundenlöhne auf mindestens 13 Euro steigen und später einen tariflich fest vereinbarten Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn haben. Dieser steigt zum 1. Oktober dieses Jahres auf 12 Euro.

Lufthansa bietet zweistufige Erhöhung um insgesamt 250 Euro an

Der Konzern hatte bei einer Laufzeit von 18 Monaten eine zweistufige Erhöhung der Grundvergütung um zusammen 250 Euro angeboten. Daraus ergäben sich für Vergütungsgruppen bis 3.000 Euro brutto zweistellige Zuwachsraten, hatte das Unternehmen vorgerechnet. Zudem sollte es ab Juli 2023 für alle zwei Prozent mehr Geld geben, falls der Konzern wieder Gewinne macht. Diese Koppelung an das Konzernergebnis lehnt Verdi ebenfalls ab.

Parallele Gespräche mit Pilotengewerkschaft Cockpit

Parallel führt die Lufthansa Sondierungsgespräche mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Deren Mitglieder haben bei einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit unbefristete Streiks gebilligt, die aber zunächst nicht ausgerufen wurden.

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