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Bankenaufsicht kommt nicht nach Frankfurt

Neuer Sitz der BankenaufsichtFrankfurt scheitert - Zuschlag für Paris

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Im Rennen um den künftigen Sitz der europäischen Bankenaufsicht ist Frankfurt offenbar raus. 

Mit Bedauern haben Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Grüne) auf die Entscheidung gegen Frankfurt als neuen Sitz der EU-Bankenaufsicht EBA reagiert. "Die Bundesregierung hat mit Frankfurt eine sehr gute Bewerbung abgegeben, die wir gern und nach Kräften unterstützt haben. Nun gratulieren wir Paris, das den Zuschlag erhalten hat. Der Finanzplatz Frankfurt wird auch ohne EBA nach dem Brexit der bedeutendste Finanzplatz auf dem europäischen Kontinent sein", sagten die beiden Politiker laut einer Mitteilung der hessischen Landesregierung in Wiesbaden.

Entscheidung für Paris

Paris wird neuer Sitz der aus London wegziehenden EU-Bankenaufsicht. Die französische Hauptstadt setzte sich in Brüssel in einem Auswahlverfahren gegen sieben europäische Mitbewerber durch. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA richtet jährlich mehrere Hundert Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus aller Welt aus. In London sorgte sie zuletzt pro Jahr für rund 9000 zusätzliche Hotelübernachtungen. Hinzu kommt, dass auch die meisten hoch qualifizierten Mitarbeiter umziehen dürften. Die EBA, die sich um Wahrung der Finanzstabilität in der EU und das ordnungsgemäße Funktionieren des Bankensektors kümmert, kam zuletzt auf rund 200.

In Frankfurt keine garantierte Mietfreiheit 

Gegen Deutschland sprach unter anderem, dass es mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln und der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) in Frankfurt bereits zwei EU-Organe beherbergt. Bei Frankfurt wurde zudem angemerkt, dass keine Mietfreiheit für die Behörde garantiert wurde.

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