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Streit um Feldmann-Rede bei IAA - VDA widerspricht

Streit um Feldmann-Rede bei IAA - Darmstadts OB sagt Teilnahme ab

© dpa

Peter Feldmann (Archivbild).

Überraschung vor dem offiziellen Start der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat keine Rede gehalten. Zuvor hatte die Frankfurter Rundschau berichtet. Der Verband der Automobilindustrie habe das Protokoll geändert.

VDA weist Vorwürfe vehement zurück

Der Veranstalter der IAA, der Verband der Automobilindustrie sagt, Feldmann war nie als Redner vorgesehen, wir haben das Protokoll nicht geändert. Der Pressesprecher des VDA, Eckehart Rotter, findet deutliche Worte im FFH-Gespräch: "Das alles ist Unsinn und völlig absurd. Der VDA würde vorher nie irgendwelche Reden kontrollieren oder gar zensieren. Der Frankfurter Oberbürgermeister ist als Redner nie eingeladen gewesen, deswegen wurde er auch nicht ausgeladen."Rotter mutmaßt, "Feldmann habe wohl versucht sich selbst als Redner einzuladen". Das Büro des Oberbürgermeisters war heute Früh für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Darmstadts Oberbürgermeister aus Solidarität auch nicht dabei

Darmstadts Oberbürgermeister Partsch hat aus Protest seinen Auftritt bei der IAA abgesagt. Dass Feldmann dieses Mal nicht reden und Kritik üben durfte hält Jochen Partsch für einen Affront. Er selbst hat seine Teilnahme beim Bürgerdialog vom Verband der Automobilindustrie für morgen deshalb abgesagt - aus Solidarität. 

Ministerpräsident bei Eröffnung

Für Hessen und Frankfurt hat bei der Eröffnungsfeier Ministerpräsident Volker Bouffier gesprochen.

Ist OB Peter Feldmann wegen einer geplanten kritischen Rede ausgeladen worden?

Streit um Feldmann-Rede bei IAA - VDA widerspricht

VDA-Sprecher Eckehart Rotter sagt exklusiv am FFH-Mikro: "Das ist Unsinn"

Kritische Worte geplant

Dem Bericht der Frankfurter Rundschau nach hatte Feldmann eine Rede mit kritischen Worten geplant. Im Manuskript, das der Zeitung vorliegt, heißt es zum Beispiel „Ich möchte ehrlich sein: Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs.“

Lob für Demonstranten

Außerdem sei eine Würdigung des Einsatzes der Demonstranten gegen den Klimawandel und die IAA geplant gewesen. Rund um die Ausstellung gibt es heftige Kritik von Klimaschützern. Diese werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und weiter vor allem auf klimaschädliche Stadtgeländewagen (SUVs) zu setzen. In Frankfurt sind verschiedene Proteste mit tausenden Teilnehmern geplant.

Greenpeace-Proteste während der IAA-Eröffnung

Offizielle Eröffnung durch Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Eröffnung der deutschen Autoindustrie eine enge Zusammenarbeit versprochen. Gemeinsam müsse man die "Herkulesaufgabe" bewältigen, den Verkehrssektor schnell klimafreundlicher zu machen, sagte sie am Donnerstag in Frankfurt. Am Ende ihres 90-minütigen Rundgangs mit Besichtigung etlicher Elektroautos, autonom fahrender Shuttle-Busse sowie mit etwas Klimaprotest zieht die E-Kanzlerin ein zufriedenes Zwischenfazit: "Ich konnte mich überzeugen, dass wir nicht vor einem Umbruch stehen, sondern dass dieser Umbruch bereits Realität ist." 

Keine Kritik mehr an Diesel-Autos

Nichts ist mehr übrig von der vor zwei Jahren noch deutlich formulierten Kritik an den Dieselschummlern, auch die Vorbehalte gegen die beim Kunden erfolgreichen, aber schweren Stadtgeländewagen macht sich die Kanzlerin nicht zu eigen. Die Greenpeace-Proteste gegen angebliche "Klimakiller" an den Ständen von VW und BMW ignoriert die Kanzlerin, fragt die Autobosse nach Batteriereichweiten und nach den verschiedenen Entwicklungsstufen zum autonomen Fahren. 

5G soll an Autobahnen kommen

"Wir können das schaffen, als Deutschland vorne mit dabei zu sein", sagt Merkel. Bis 2022 solle entlang aller Autobahnen der neue Mobilfunkstandard 5G zur Verfügung stehen, und zwei Jahre später auch entlang der Bundesstraßen. Die Technologie ist wichtig für neue digitale Funktionen in den Autos. Für den Erfolg der Elektromobilität sei die Verlässlichkeit der Ladeinfrastruktur von größter Bedeutung, mahnt die Kanzlerin. 20 000 Ladepunkte seien noch lange nicht ausreichend, befindet sie zur Freude der Hersteller. 

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