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"Night of Light": Gebäude erstrahlten rot

Veranstalter rufen um Hilfe - Night of Light: Gebäude leuchteten rot

Mit leuchtenden Mahnmalen hat die Veranstaltungsbranche am Abend auf ihre Lage in der Corona-Krise hingewiesen. Dafür wurden in zahlreichen Städten wichtige Bauwerke in rotes Licht getaucht.

"Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen", hieß es zur Begründung. Die Veranstaltungsbranche ist mit am härtesten betroffen von der Corona-Krise. Keine Konzerte, Shows oder Festivals. Viele Betreiber haben Angst um ihre Zukunft. Deswegen erstrahlten mehr als 5000 Veranstaltungshäuser in ganz Deutschland in rotem Licht. Auch in Hessen machen viele mit.

Durch die Aktion sollte mit der symbolischen „Alarmstufe rot“ auf die schwierige wirtschaftliche Lage infolge der Corona-Krise aufmerksam gemacht werden. Viele Unternehmen werden die kommenden 100 Tage voraussichtlich nicht überleben.

Verschiedenste Teilnehmer

Seit dem Lockdown im März hat die Veranstaltungsbranche quasi keine Aufträge mehr. Ziel der Aktion war es, die Politik und die Gesellschaft auf die finanziellen Probleme der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen. Beteiligt haben sich ganz unterschiedliche Gebäude: Von Burgen, Nachtclubs oder Gastronomien ist alles dabei. Eine interaktive Karte von den Gebäuden und Unterstützern finden Sie hier.

Bereits tagsüber hatten Künstler und Veranstalter lautstark auf ihre Probleme in der Corona-Krise aufmerksam gemacht - bei einer Kundgebung vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt. Die Veranstalter erwarteten bis zu 700 Besucher - und prominente Unterstützer auf der Bühne wie Mario Barth, Bülent Ceylan, den Ehrlich Brothers und auch FFH-Moderator Johannes Scherer von "Guten Morgen, Hessen!" Mit den geforderten Mindestabständen sei jede Veranstaltung - egal ob kleines Theater oder große Halle - ein Minus-Geschäft, heißt es.

Konzepte oder finanzielle Unterstützung

Mit Hilfe von Konzepten, Corona-Warn-App und personalisierten Tickets müsse es wieder möglich sein, Veranstaltungen ohne Abstand zu machen, sagt Organisator Stefan Schornstein. Oder es brauche finanzielle Hilfen für die freie Veranstaltungsbranche.

Organisator Schornstein will wieder ohne Abstand veranstalten

Organisator Stefan Schornstein sagt, dass Veranstaltungen ohne Abstand wieder möglich sein sollen

Südhessen

In Südhessen wurden zum Beispiel das Rheingold in Gernsheim, das Schloss Dornberg im Kreis Groß-Gerau oder auch die Burg Frankenstein rot beleuchtet. Die Burg Frankenstein ist bekannt für die Halloween-Veranstaltungen im Oktober. Betreiber Ralph Eberhardt hat uns erzählt: "Wenn wir weiter keine Veranstaltungen druchführen dürfen, dann müssen wir ziemlich sicher dieses Jahr noch Insolvenz anmelden." Deshalb war er bei "Night of Light" dabei.

Rote Pyrotechnik auf der Burg Frankenstein

Auf der Burg Frankenstein wollte Ralph Eberhardt auch rote Pyrotechnik zünden. Das sähe so aus als würde die Burg brennen - symbolisch natürlich.

Mittelhessen

Auch in Mittelhessen gab es zahlreiche Teilnehmer. Beispielsweise das Stadttheater Gießen. Außerdem die Eventscheune vom Landhotel Waldhaus in Laubach. Aber auch die Rittal Arena in Wetzlar, die Burg Gleiberg oder der Aussichtsturm Dillblick in Herborn erstrahlten in Rot.

Mehrere Teilnehmer in Nidda

In Nidda wurden gleich mehrere Veranstaltungshäuser rot beleuchtet. Das Schloss, das Rathaus, die Lumos Kinos oder die Trinkkuranlage im Ortsteil Bad Salzhausen. Veranstaltungstechniker Thorsten Swageris sagte uns: "Es wird Zeit Lösungen zu finden, damit wir endlich wieder zurück ins Leben kommen."

Thorsten Swageris: "Wollen zurück ins Leben kommen"

Veranstaltungstechniker aus Nidda

© FFH

Osthessen

In Osthessen wurde zum Beispiel die Villa Raab in Alsfeld komplett in Rot angestrahlt. Auch in Wächtersbach erstrahlten einige Gebäude im roten Licht. So beleuchtete die Firma MagicColor in Leisenwald das örtliche Feuerwehrgerätehaus und das Backhaus. Die Firma PAL Music Factory tauchte Schloss Wächtersbach und das Verkehrsbüro am Schlosspark-Eingang in flammendes Rot. Die Firma DET Eventservice beleuchtete in Abstimmung mit Constantia Forst den Waldrand an der L3201 zwischen Wächtersbach und Neu Wirtheim.

Nordhessen

Mit dabei war unter anderem auch der Kulturbahnhof Kassel. Der Kulturbahnhof ist ein Kultur- und Veranstaltungszentrum im Hauptbahnhof Kassel. Zum Kulturbahnhof zählen etwa ein Kino, ein Club, die Carricatura, eine Galerie für komische Kunst und viele mehr. Das rote Licht war von außen gut zu sehen. Der Südflügel wurde angeleuchtet, ebenso die Bali-Kinos und somit ein Teil der Fassade.

"Werden die letzten sein, die aus der Krise wieder rauskommen"

Auch die LOKHALLE in Göttingen machte mit. „Natürlich hat auch uns die Corona-Krise besonders hart getroffen. Die Veranstaltungsbranche war die erste, die von der COVID-19-Krise betroffen war und wir werden die letzte sein, die aus dieser Krise wieder heraus kommen wird, so Kai Ahlborn, stellv. Leiter Veranstaltungsmanagement der LOKHALLE Göttingen.

Ralf Lukas: "Trifft uns hart"

Mitarbeiter vom Kulturbahnhof Kassel

© FFH

Protestaktion an der Frankfurter Jahrhunderthalle

Bei der großen Protestaktion vor der Jahrhunderthaltte in Frankfurt standen Künstler wie Mario Barth, die Ehrlich Brothers und FFH-Moderator Johannes Scherer auf der Bühne, um auf die Probleme der Branche aufmerksam zu machen. Mario Barth will dabei auch auf die vielen Mitarbeiter in der Branche aufmerksam machen - Aufbauhelfer, Platzeinweiser, Reinigungskräfte: "Die haben gerade nichts zu tun, die haben Probleme!" Denn diese Mitarbeiter hätten gar nicht die Möglichkeit gehabt, um sich eine finanzielle Reserve zu schaffen, sagt der Comedian im FFH-Interview.

Mario Barth über die Situation in der Veranstaltungsbranche

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