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Stadt Frankfurt: Erhöhte Strafen für Müllsünder

Partys auf öffentlichen Plätzen - Frankfurt erhöht Strafen für Müllsünder

Symbolbild

Die Stadt Frankfurt hat angesichts des zunehmenden Müllaufkommens im öffentlichen Raum Alarm geschlagen. "Mir stinkt es. Wie diese Stadt aussieht, wie diese Grünflächen behandelt werden", sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Vor der Corona-Krise sei Frankfurt auf einem guten Weg gewesen. Doch inzwischen sei die Situation wieder ganz anders. "Das ist eine unglaubliche Schweinerei."

Müllaufkommen ist um 30 bis 35 Prozent gestiegen

Auf öffentlichen Plätzen würden die Leute keinen Respekt zeigen und einfach ihren Abfall hinterlassen. Das Müllaufkommen sei um 30 bis 35 Prozent gestiegen, sagte Heilig. Der Verpackungsmüll habe sich in Zeiten von Corona zwischenzeitlich verdoppelt.

"Müll-Hotspot" auf dem Opernplatz

Schwierig ist die Situation beispielsweise am Mainufer, im Bahnhofsviertel oder auf dem Opernplatz, wo sich am Wochenende neuerdings Tausende Menschen zum Feiern versammeln. "Ab einem gewissen Pegel sinkt die Einsicht und die Aggressivität steigt drastisch", sagte der Chef der Stadtpolizei, Matthias Heinrich. "Die Kollegen müssen schlimmste Dinge über sich ergehen lassen, was verbale Äußerungen betrifft."

Frank: "Lage ist alamierend"

Auch Sicherheitsdezernat Markus Frank (CDU) bezeichnete die Lage als "alarmierend". Wenn ein Stadtpolizist in Uniform oder in Zivil die Bürger anspreche, würden manche herablassend reagieren oder sich als Rechtsanwalt ausgeben und aufspielen. Das Schlimme ist, die umstehenden Menschen würden sich direkt solidarisieren, "so dass die Einsatzkräfte sehr schnell in eine ganz schwierige Situation kommen", sagte Frank.

"Stuttgart kann überall passieren"

"Das macht nachdenklich gerade mit Blick auf die Bilder in Stuttgart." In dieser aufgeheizten Situation "kann Stuttgart überall passieren, wenn wir nicht innehalten und die Zeit nicht nutzen, über Werte nachzudenken".

Härtere Sanktionen

Konkrete Maßnahmen wurden bereits getroffen: Am Montag war bekannt geworden, dass die Stadt Frankfurt vom 1. Juli an bei Kleinmüllverstößen die zulässige Obergrenze für Verwarngelder von 30 auf 55 Euro erhöht. Auch Sperrmüllverstöße wurden um 50 Euro nach oben angepasst.

Spezialeinheit wurde verstärkt

Außerdem wurde die Einheit, die Müllverstöße ahnden soll, verstärkt. An sogenannten "Müll-Hotspots" wie dem Opernplatz seien künftig bis zu 15 Personen im Einsatz. Für die Straßenreinigung gibt die Stadt jährlich nach eigenen Angaben rund 52,7 Millionen Euro aus.

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