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Nach Randale: Videos von Zeugen gehen ein

Nach Randale in Frankfurt - Videos von Zeugen gehen ein

Nach der Krawallnacht auf dem Frankfurter Opernplatz werten die Ermittler etliche Videos von Zeugen aus. Diese seien nach einem entsprechenden Aufruf zur Verfügung gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Polizeipräsidiums.

Ergebnisse gebe es noch nicht. Am kommenden Wochenende werde die Polizei mit einer größeren Zahl von Beamten auf dem Opernplatz präsent sein, genaue Zahlen würden aber nicht genannt. "Wir wollen das nicht ein zweites Mal erleben", sagte die Sprecherin.

Opernplatz wird teilweise gesperrt

Vertreter von Stadt und Polizei ziehen nach der Randale-Nacht in Frankfurt Konsequenzen. Der Opernplatz wird teilweise gesperrt. Freitags und Samstags gelte auf dem Opernplatz ab Mitternacht ein Betretungsverbot, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) nach einer Sicherheitskonferenz unter anderem mit Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Um ein Uhr nachts soll der Platz dann geräumt sein.

Für friedliche Nachtschwärmer solle so ausreichende Zeit sein, sich zu verabschieden und den Abend aufzulösen, für auswärtige Störer hingegen ein klares Signal gesetzt werden, "dass es sich nicht lohnt, nach Frankfurt rein zu fahren."

Sicherheitsdezernet Frank: Betretungsverbot geht als Signal an die Störer

Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank: "Das Betretungsverbot ab Mitternacht ist ein Signal an die Störer."

Markus Frank: Angriff auf Menschen, die anderen helfen, ist inakzeptabel.

Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank zu den Angriffen auf die Polizei: "Es ist inakzeptabel Menschen anzugreifen, die gerade anderen in Not helfen."

Mehr Polizei in Frankfurt unterwegs

Bereswill kündigte außerdem verstärkte Alkoholkontrollen an. Für die bekannten Randalierer vom Wochenende soll ein gezieltes Aufenthaltsverbot ausgesprochen werden, wenn sie sich wieder auf dem Opernplatz aufhalten wollen. Grundsätzlich soll die Polizeipräsenz ab dem kommenden Wochenende an großen Plätzen in der Stadt erhöht werden.

Schlägerei löste Randale am Sonntagmorgen aus

Gegen drei Uhr am Sonntagmorgen war es laut Polizei zu einer Massenschlägerei am Brunnen auf dem Opernplatz gekommen, an der 25 bis 30 Menschen beteiligt gewesen waren. "Die Stimmung begann zu kippen", sagte Bereswill. Bei der Schlägerei sei eine Person verletzt am Boden liegen geblieben. Daraufhin hätten etwa zehn Beamte beschlossen einzuschreiten, "um den Verletzten zu versorgen und den Streit zu schlichten". Die Beteiligten der Schlägerei hätten sich dann gegen die Beamten gewandt und sie "massiv" mit Flaschen beworfen. Umstehende hätten sich ihnen angeschlossen.

Mindestens fünf Polizisten verletzt

Mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt worden. Die Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe. "Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe", sagte Bereswill.

"Hagel aus Flaschenwürfen"

Die Polizei habe zwei Ketten gebildet und die Menschen so vom Platz in eine angrenzenden Straße gedrängt. Dort seien dann gezielt mutmaßliche Flaschenwerfer festgenommen worden. Auch dabei seien die Beamten attackiert worden, Bereswill sprach von einem "Hagel aus Flaschenwürfen".

Alle Verdächtigen schon vorher polizeibekannt

Insgesamt waren 39 mutmaßliche Randalierer festgenommen worden - überwiegend Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren, fast alle mit Migrationshintergrund, wie Polizeipräsident Bereswill auf der Pressekonferenz bestätigte. Alle waren der Polizei schon vorher bekannt.

Neue Details zur Randalenacht von Frankfurt

© FFH

Angriffe sorgen für Bestürzung

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Angriffe. "Das Verhalten der Randalierer ist absolut inakzeptabel. Die Beteiligten müssen umgehend zur Rechenschaft gezogen werden", schrieb Feldmann auf Twitter. Er forderte zudem, die Polizeipräsenz an solchen "Hotspots" zu erhöhen. AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel forderte auf Twitter: "Es muss endlich konsequent durchgegriffen werden."

"Eine neue Stufe der Gewalt"

Auch Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich bestürzt. "Ich bin fassungslos, dass gezielt Polizeibeamte angegriffen werden, wenn sie einem Menschen helfen wollen. Das ist inakzeptabel", sagte Frank. "Damit ist eine neue Stufe der Gewalt erreicht."

Erste Eindrücke am Morgen nach der Randale-Nacht

Randale in der Nacht auf dem Frankfurter Opernplatz

© FFH-Augenzeuge
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