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Regenwürmer zerstören Fussballplatz

Hunderttausende im Boden - Regenwürmer zerstören Fussballplatz

Diese Fußballfans wünscht sich wohl kein Platzwart: Ein kleiner Verein in Südhessen kämpft zur Zeit mit einer wahren Regenwurm-Invasion. Und Abhilfe ist bisher nicht in Sicht.

Der Fußballplatz der SG Lautern in Lautertal im Odenwald sieht von außen aus wie viele Sportplätze im FFH-Land. Grünes Gras, ein paar Bäume drumherum - im Hintergrund ein kleines Vereinsheim. Wer näher hinsieht, wird sich aber über die vielen tausend kleinen Erdhäufchen wundern, die überall zwischen den Grasspitzen hervor schauen. Diese sehen nicht nur unschön aus, sondern sind auch ziemlich rutschig - so rutschig, dass der Platz an vielen Tagen überhaupt nicht bespielbar ist. Der Grund für das Problem: Nicht nur die Sportler sind Fans des erst vor fünf Jahren komplett neu angelegten Platzes, sondern auch Regenwürmer fühlen sich dort pudelwohl.

Rutschiger Wurmkot überall

Mehrere hunderttausend Würmer durchbohren den Boden unter dem Rasen auf der Suche nach Futter, schätzt Platzwart Stefan Röhm im FFH-Interview. Und auch wenn Regenwürmer eigentlich Nützlinge sind, die abgestorbene Pflanzenteile vernichten und den Boden locker halten, in diesen Mengen sind sie ein echtes Problem für die Fußballer aus der Kreisliga D. Denn ihren Kot, gemischt mit ausgebuddelter Erde, schieben die Würmer an die Oberfläche. Und was für eine ordentliche "Wurmwohnung" unter Tage sorgt, ergibt oben eine glitschige Schicht, in der auch Stollenschuhe keinen Halt mehr finden.

Tipps vom "Rasenpapst"

Wir suchen jetzt die besten Tipps gegen die Wurmplage. Und wir haben heute in "Guten Morgen, Hessen!" mit einem echten Experten gesprochen.  Agrar-Ingenieur Dr. Clemens Mehnert aus Mindelheim in Bayern hat auch schon für den FC-Bayern gearbeitet, kennt das Problem - und hat Tipps für den geplagten Verein...

So kann man den Wurm "regulieren"...

Dr. Clemens Mehnert im Interview

Training und Heimspiele: Nur selten möglich

Immer wenn es feucht wird, verwandelt sich der Platz in eine rutschige Matschfläche, auf der an Spielen nicht zu denken ist. Aktuell muss die Mannschaft von Tag zu Tag entscheiden, ob ein Training möglich ist und, falls nicht, spontan auf die Sportplätze der benachbarten Orte ausweichen. Platzwart Stefan Röhm sagt: „Die Spieler bekommen manchmal eine Stunde vor Trainingsbeginn Bescheid gesagt, ob wir überhaupt trainieren können. Unser Ziel ist der Aufstieg, aber mit solchen Rahmenbedingungen ist das nicht möglich.“ Dazu kommt noch, dass die Nachbarvereine eine Gebühr für die Nutzung von Platz und Umkleiden verlangen. Geld das im Verein dann an anderer Stelle fehlt.

Bisher kein Erfolg im Kampf gegen die Würmer

Die Verantwortlichen sind inzwischen mit ihrem Latein am Ende: Der Versuch den Boden mit Kalkstickstoff zu düngen, hat nichts gebracht. Auch das Sanden des Bodens war, trotz des großen Aufwandes, nicht von Erfolg gekrönt. Mit einer Maschine wurden zahllose kleine Löcher in den Boden gestochen und diese dann mit Sand gefüllt, in der Hoffnung dass so eine Bodenmischung entsteht, in der sich die Würmer weniger wohl fühlen. Doch den Würmern war's egal, sie erfreuen sich weiter ihres Lebens unter dem schönen Fußballplatz.

Jetzt sucht der Verein nach anderen Vereinen, die schon mal ein ähnliches Problem hatten und mit ihren Erfahrungen helfen können.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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