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Regenwürmer zerstören Fussballplatz

Endlich Gegenmittel gefunden - Regenwürmer zerstören Fussballplatz

Es war eine Meldung, die man wohl keinem Platzwart wünscht: Ein kleiner Verein in Südhessen kämpfte im letzten Herbst mit einer wahren Regenwurm-Invasion. Zusammen mit den FFH-Hörern hatten wir Tipps gesammelt, wie man die Plage in den Griff bekommen könnte - und: es hat funktioniert. Der Platz wird bald wohl wieder bespielbar sein.

Regenwürmer zerstören Fußballplatz

Der Fußballplatz der SG Lautern in Lautertal im Odenwald sieht von außen aus wie viele Sportplätze im FFH-Land. Im Sommer grünes Gras, ein paar Bäume drumherum und im Hintergrund ein kleines Vereinsheim. Wer vor Wintereinbruch jedoch genauer hinsah, wird sich über die vielen tausend kleinen Erdhäufchen gewundert haben, die überall zwischen den Grasspitzen hervorgeschaut haben. Diese sahen nicht nur unschön aus, sondern sind auch ziemlich rutschig - so rutschig, dass der Platz an vielen Tagen überhaupt nicht bespielbar war. 

Der Grund für das Problem: Nicht nur die Sportler sind Fans des erst vor fünf Jahren komplett neu angelegten Platzes, sondern auch Regenwürmer fühlen sich dort pudelwohl. Bis dato

Keine einfache, aber effektive Lösung

Im Oktober hatten wir gemeinsam in Guten Morgen, Hessen nach einer Lösung gesucht und zusammen jede Menge Tipps gesammelt. Für eine Maßnahme hat sich der Verein jetzt entschieden: Der Platz wird mit dem Mittel Ecofort besprüht. Die Chemikalie ist für die Würmer völlig unbedenklich.

Das Mittel enthält jedoch Stoffe, welche die Würmer nicht mögen und diese sich dadurch neue Heimaterde suchen. Im Frühjahr beginnt die Bearbeitung des Platzes. 

Im Video: FFH-Reporter Felix Breiner checkt den Platz

© HIT RADIO FFH

Rutschiger Wurmkot überall

Mehrere hunderttausend Würmer durchbohren derzeit noch den Boden unter dem Rasen auf der Suche nach Futter, schätzt Platzwart Stefan Röhm im FFH-Interview. Und auch wenn Regenwürmer eigentlich Nützlinge sind, die abgestorbene Pflanzenteile vernichten und den Boden locker halten, in diesen Mengen sind sie ein echtes Problem für die Fußballer aus der Kreisliga D.

Denn ihren Kot, gemischt mit ausgebuddelter Erde, schieben die Würmer an die Oberfläche. Und was für eine ordentliche "Wurmwohnung" unter Tage sorgt, ergibt oben eine glitschige Schicht, in der auch Stollenschuhe keinen Halt mehr finden.

Der Versuch den Boden mit Kalkstickstoff zu düngen, hatte nichts gebracht. Auch das Sanden des Bodens war, trotz des großen Aufwandes, nicht von Erfolg gekrönt. Mit einer Maschine wurden zahllose kleine Löcher in den Boden gestochen und diese dann mit Sand gefüllt, in der Hoffnung dass so eine Bodenmischung entsteht, in der sich die Würmer weniger wohl fühlen. Doch den Würmern war's egal, sie erfreuen sich derzeit weiter ihres Lebens unter dem schönen Fußballplatz. Aber nicht mehr lange...

Im Video: So sah das noch im Herbst aus

© HIT RADIO FFH

Bereits im Oktober hatte unser FFH-Reporter Felix Breiner die SG Lauten besucht. 

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