Nachrichten > Südhessen >

Detektor erkennt falschen Müll in Bio-Tonne

Im Kreis Bergstraße - Detektor erkennt falschen Müll in Tonne

Die Müllabfuhr im Kreis Bergstraße merkt jetzt, wenn falscher Abfall in der Biotonne liegt. Möglich macht das ein Detektor am Müllfahrzeug, der piept, sobald etwa Metall erkannt wird.

Seit Jahren kämpft der Zweckverband Abfallwirtschaft (ZAKB) im Kreis mit Aufklärung gegen die vielen Fremdstoffe im Bioabfall. "Bisher leider ohne größeren Erfolg", sagte Geschäftsführer Gerhard Goliasch zu FFH. Daher schickt der Zweckverband ab August Fahrzeuge mit Detektionssystemen auf Tour, die die braunen Tonnen im Kreisgebiet elektronisch auf falschentsorgte Abfälle scannen.

Rote Karte für "Wiederholungstäter"

Erkennt das System Fremdstoffe in einer Tonne, markiert der Müllwerker in einer ersten Verwarnphase den Behälter mit einer Gelben Karte. Auf dieser steht, was zu tun ist. Unter anderem sind Informationen vermerkt, was über den Bioabfall entsorgt werden kann und was nicht. In einer anschließenden Phase werden falsch befüllte Tonnen mit einer Roten Karte markiert und nicht mehr geleert.

Abfall-Experte: "Wir müssen jetzt handeln"

Gerhard Goliasch ist Geschäftsführer beim ZAKB

"Umgang mit Abfällen ist eine Gemeinschaftsaufgabe"

So soll künftig die Qualität des Bioabfalls verbessert werden. "Nur so können wir die strengen Vorgaben für den Kompost erfüllen, um ihn an die Landwirtschaft abzugeben“, erklärt Gerhard Goliasch weiter. Alle falsch entsorgten Abfälle müssen als Restabfall verbrannt werden, was im Vergleich zu einer richtigen Trennung teuer ist. Die Kosten trägt letztlich der Gebührenzahler.

© FFH/Benjamin May

Ein Mitarbeiter sortiert bei einem Pressetermin falsch entsorgten Abfall aus der Biotonne

Was darf in die Biotonne und was nicht

Grundsätzlich gehören alle Küchen- und Gartenabfälle in die Biotonne – lose, eingewickelt in Zeitungspapier oder verpackt in einer Papiertüte. Als „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ deklarierte Plastiktüten und -produkte wie Geschirr oder Kaffeekapseln dürfen nicht in den Bioabfall. Sie zersetzen sich in den Müll-Anlagen nicht schnell genug und müssen daher mühsam aussortiert und als Restabfall entsorgt werden.

Das darf in die Biotonne:

Obst-, Gemüse- und Salatabfälle, Eierschalen, Knochen und Fischgräten, Kaffeesatz und -filter, Teebeutel, Frittierfett aufgesaugt in Zeitungspapier oder Küchenkrepp, Lebensmittel ohne Verpackung, Gartenabfälle wie Blumen, Rasen- und Grünschnitt, Rinde, Schalen von Zitrusfrüchten

Das darf nicht in die Biotonne:

Plastikbeutel, auch aus biologisch abbaubaren Kunststoffen, Glas, Staubsaugerbeutel, Asche, Windeln, Zigarettenkippen und Tabak, Tierkot

FFH-Reporter Benjamin May in Heppenheim

Benjamin May

Reporter
Benjamin May

nach oben