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Chemieunfall in Mannheim: Alle Fässer sind geborgen

Nach Chemieunfall in Mannheim - Alle Fässer und Container sind geborgen

Mehr als eine Woche nach dem schweren Chemieunfall im Mannheimer Mühlauhafen ist der Einsatz für Feuerwehr und Spezialkräfte beendet. Die Bergung der defekten Fässer konnte mittlerweile abgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitagmorgen auf unsere Anfrage. Auch der Container wurde mittlerweile von einer Spezialfirma abtransportiert.

Die letzten Fässer seien problemlos aus dem Container geholt worden, es hätte "alles super geklappt". Nun würden Feuerwehr und Einsatzkräfte noch ihre Materialien zurückbauen. 

Spezialbagger holt mehr als 200 Fässer aus dem Container

Der Container war bis zum Donnerstagnachmittag (1.9.) schon zum Teil geräumt gewesen: Mehr als die Hälfte der 200 Fässer hatte ein Spezialbagger bis zu dem Zeitpunkt bereits geborgen. Vor Ort waren auch ein sofort einsatzbereiter Löschzug der Feuerwehr sowie Polizei, Rettungskräfte und Vertreter der Umweltüberwachung. Straßensperrungen gab es bis auf eine kleinen Abschnitt nahe dem Containerstandort nicht.

Fässer aufgeplatzt und verformt

Jedes einzelne Fass wurde von Gutachtern gecheckt und nummiert, so Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht. Einzelne seien aufgeplatzt oder verformt gewesen. Danach sollten sie in ein sicheres Zwischenlager kommen. Nach der Öffnung habe es keine chemische Reaktion mehr gegeben.

Bleichmittel entzündete sich selbst

Der Inhalt der Fässer, laut der BASF in Ludwigshafen ein altes Bleichmittel für Textilien, hatte den Chemieunfall ausgelöst. Das Bleichmittel hatte sich wohl selbst entzündet und reagierte dann zu Schwefeldioxid und anderen Schwefelsalzen. Warum es zu der Selbstzersetzung kam: Das ist immer noch unklar und werde ermittelt, so die Stadt.

Viele Verletzte bei Gefahrstoff-Austritt

Mehr als ein Dutzend Menschen waren verletzt worden, darunter laut Stadt 16 Polizisten und ein Kranführer, die kurz nach dem Vorfall in unmittelbarer Nähe des Containers waren.

Minikamera zeigt Blick in den Behälter

Tagelang wurden die Fässer mit kaltem Wasser aus dem Rhein herunter gekühlt. Sonden hätten Temperatur und Schwefeldioxid gemessen; eine Minikamera habe einen Eindruck von der Situation im Behälter mit knapp 22 Tonnen Hydrosulfit vermittelt.

Gefahrloser Einsatz nach Öffnung

Fenster und Türen konnten zuletzt weiter bedenkenlos geöffnet werden, bis der Einsatz der Feuerwehr beendet war. Auch der Betrieb im Hafen laufe weiter. Der direkt betroffene Bereich in der Werfthallenstraße zwischen Tor 3 und Tor 4 werde für die Zeit des Einsatzes jedoch noch für den Verkehr und Fußgänger gesperrt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Mannheim.

Specht: "Fässer sind aufgeplatzt"

Bei der chemischen Reaktion hätten gewaltige Kräfte auf den Container gewirkt, sagte Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht unserer Reporterin.

Also dort haben sind Fässer aufgeplatzt. Dar Mam besteht zum Teil der Deckel offen, anderer Sie. Noch geschlossen, aber ziemlich verformt. Na also. Und viele stehen auch quer und durcheinander. Also insofern kann man nachvollziehen, warum auch der Container sich so stark fer verbogen gewölbt hat haben. Da müssen sehr große Kräfte auch. Und die Reaktion hat sehr viel Energie freigesetzt.

© HIT RADIO FFH
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