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Umstrittene Namen: Straßen werden umbenannt

Umstrittene Namensgeber - Neue Namen für acht Straßen in Darmstadt

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In Darmstadt sollen mehrere Straßen neue Namen bekommen, weil die bisherigen umstritten sind. Das hat der Magistrat jetzt beschlossen. Die Namensgeber hatten mit dem Nazi-Regime zu tun.

Hindenburgstraße heißt künftig anders

Einen neuen Namen bekommen soll unter anderem die Hindenburgstraße. Kritiker werfen dem damaligen Reichspräsidenten Hindenburg vor, Hitler den Weg zur Macht geebnet zu haben. Über mehrere Jahre hat in Darmstadt ein Fachbeirat 110 Personen überprüft. In acht Fällen sollen nun die Straßennamen geändert werden, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch. 

„Das nun vorliegende Ergebnis ist ein durch wissenschaftliche Überprüfung ausgearbeitetes Dokument, das erstmals eine historische Betrachtung der Straßennamen für unsere Stadt zusammenfasst und Empfehlungen ausspricht.“ Dabei habe der Fachbeirat eine fundierte und sorgfältige wissenschaftliche Aufarbeitung und Bewertung der Biografien der Namensgeberinnen und Namensgeber innerhalb des fraglichen Zeitrahmens vorgenommen, so Partsch.

Suche nach neuen Straßennamen

Welche neuen Namen die Straßen bekommen, ist noch nicht klar. Dazu soll auch mit Bürgern gesprochen werden.

 

Umstrittene Namen: Straßen werden umbenannt

AUDIO: "Gift für die Demokratie"

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch erklärt die Entscheidung

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Wie es zu dem Ergebnis kam, können Sie hier detailliert nachlesen

Der Fachbeirat hatte in seinem Bericht empfohlen, von den 110 überprüften Personen in 93 Fällen den Straßennamen beizubehalten. In weiteren fünf Fällen war der Beirat nach kritischer Würdigung für die Beibehaltung des Straßennamens (Richard Hammer, Arnold Krieger, Albin Müller, Heinz Winfried Sabais und Carl Christoph Schmelzer).

In sieben Fällen empfahl der Beirat einstimmig die Umbenennung der betreffenden Straße (Hans von der Au, Gustav Brandis, Walter Georgii, Peter Grund, Christian Heinrich Kleukens, Richard Kuhn und Alarich Weiss).

In fünf Fällen war der Beirat im Hinblick auf die Umbenennung geteilter Meinung und plädierte mehrheitlich, aber nicht einstimmig für eine Umbenennung (Robert Cauer, Bernhard Hoetger, Karl Krolow, Max Ratschow und Paul von Hindenburg). Der Magistrat sprach sich im Fall Paul von Hindenburgs aufgrund der historischen und politischen Einschätzung des wissenschaftlichen Beirats zusätzlich für eine Umbenennung aus.

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