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LKW-Geisterfahrt auf Autobahn: Bewährungsstrafe

LKW-Geisterfahrt auf A67 und A5 - Bewährungsstrafe für betrunkenen Fahrer

© privat

Dieser BMW kollidierte laut Anklage mit dem Sattelzug

Nach einer Geisterfahrt im Alkoholrausch auf Autobahnen in Südhessen mit zwei Verletzten ist ein 48 Jahre alter Lkw-Fahrer zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Er soll am Abend des 3. November 2018 betrunken von einem Rastplatz an der A67 bei Darmstadt entgegen der Fahrtrichtung gestartet und auf die A5 gefahren sein. Laut Anklage hatte der LKW bei Pfungstadt ein entgegenkommendes Auto gestreift, die Seitenscheiben zerstört und die 32 Jahre alte Fahrerin unter anderem am Auge verletzt.

Den mit 80 Stundenkilometer weiterfahrenden Sattelschlepper konnte schließlich eine Polizeistreife wenige Minuten später bei Zwingenberg auf der Autobahn stoppen.

Anklage lautete auf versuchten Totschlag

Das Landgericht Darmstadt sah in seinem Verhalten eine Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässige gefährliche Körperverletzung. Der 48-Jährige war zunächst wegen versuchten Totschlags angeklagt. Mit dem Urteil folgte die Kammer den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

1,58 Promille Alkohol intus

Während der Verteidiger den Vorwurf einräumte, erklärte der Angeklagte, sich nicht mehr erinnern zu können. "Ich habe eine Gedächtnislücke", sagte er. "Ich erinnere mich erst an das Schrappen durch den Unfall." Allerdings hatte der Angeklagte am Tag nach seiner Festnahme auf der A5 beim Ermittlungsrichter eingeräumt, drei Stunden vorher mehrere Gläser Whisky-Cola und Medikamente gegen eine Grippe eingenommen zu haben. Er hatte sich damals auch an entgegenkommende Autos erinnert. Laut Anklage hatte er zur Tatzeit mindestens 1,58 Promille Alkohol intus.

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