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Continental streicht 2.200 Jobs in Babenhausen

IG Metall kündigt Widerstand an - Stellenabbau bei Continental Babenhausen

© Continental

Das Continental-Werk in Babenhausen

Die IG Metall kündigt Widerstand gegen den weitreichenden Stellenabbau im Continental-Werk Babenhausen an. "Wir werden einen Kahlschlag in Babenhausen nicht kampflos akzeptieren", erklärte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter Mitte der Gewerkschaft, in Frankfurt. Die Beschäftigten arbeiteten dort wenn erforderlich über die Belastungsgrenze hinaus. "Und nun, da die Konjunktur nachlässt, erfahren sie vom geplanten Kahlschlag". Die Gewerkschaft werde sich auf einen harten Konflikt einstellen.

Ähnlich äußerte sich der Betriebsratsvorsitzende Roland Weihert. Man könne das Vorgehen des Vorstands nicht akzeptieren. Die Geschäftsführung opfere "aus reiner Profitgier" Jobs. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz in Babenhausen kämpfen."

Harter Schlag für Babenhausen

Der weitreichende Konzernumbau beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental trifft den Standort im südhessischen Babenhausen mit voller Wucht. Der Konzern ziehe sich im Geschäft etwa mit Anzeige- und Bedienelementen bis 2025 aus der Serienproduktion zurück, so eine Mitteilung von Continental. Zudem werde die Hälfte der Entwicklungsarbeit an andere Conti-Standorte verlagert. Betroffen seien in Babenhausen im Kreis Darmstadt-Dieburg mehr als 2.200 Arbeitsplätze: 1.800 würden in der Produktion "so sozialverträglich wie möglich" abgebaut. Für 450 Mitarbeiter in der Entwicklung gehe man davon aus, interne Lösungen und Transfermöglichkeiten zu finden, so Continental in einer weiteren Information direkt zum Standort Babenhausen.

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"Wenn Continental hustet, bekommen wir die Grippe"

Infos in Betriebsversammlung

Nach unseren Informationen haben die Mitarbeiter die Pläne zunächst nur übers Intranet erfahren. Am Donnerstag (26.) hat das Unternehmen eine Betriebsversammlung angesetzt, um die Mitarbeiter unmittelbar zu informieren. In Babenhausen wird rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet.

Absatzschwäche der Autobranche Hauptauslöser

Grund für den Job-Abbau seien die rapide Digitalisierung und die Absatzschwäche in der Autobranche. Da Fahrzeughersteller viel Geld in die Elektromobilität, automatisiertes Fahren und vernetzte Autos investieren müssten, übten sie einen starken Preisdruck auf Zulieferer wie Continental aus. Daher könne der Konzern den Standort Babenhausen nicht in vollem Umfang beibehalten.

"Das war absehbar"

Continental-Mitarbeiter aus Babenhausen

© FFH

Babenhausen bleibt als Entwicklungsstandort erhalten

Babenhausen bleibe aber auch nach Abschluss des Umbaus Ende 2025 als Leitungs- und Entwicklungsstandort des ansässigen Geschäftsbereichs "Instrumentation & Driver HMI" erhalten. Zudem blieben dort weiter Entwicklungsdienste und Kleinserienproduktion angesiedelt. An dem Standort waren Ende 2018 rund 3600 Menschen beschäftigt. Continental hatte einen großangelegten Konzernumbau verkündet. Bis Ende 2023 seien weltweit 15.000 Stellen von Veränderungen betroffen, davon 5.000 in Deutschland, hieß es.

"So sozialverträglich wie möglich"

Sebastian Fillenberg

Pressesprecher Continental

© FFH
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