Nachrichten > Südhessen >

Ortsumgehung für Rosengarten: Vorerst kein Neubau

Lampertheim-Rosengarten - Vorerst kein Neubau einer Ortsumgehung

© FFH-Reporter Benjamin May

Frust bei vielen Anwohnern der B 47 in Lampertheim-Rosengarten: Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat den Bau einer von ihnen seit Jahren geforderten Ortsumgehung erst mal auf Eis gelegt. Das Land Hessen muss vorliegende Varianten neu prüfen.

Landwirte fordern Lösung auf vorhandener Trasse

Viele Anwohner wollen eine richtige Umgehung – südlich um den Ort herum. Das lehnen, stellvertretend für viele weitere Betriebe, fünf klagende Landwirte jedoch ab. Sie würden durch eine solche Trasse unter anderem wertvolle Ackerflächen verlieren. Das Gericht in Kassel gab ihnen jetzt zumindest teilweise Recht – unter anderem auch, weil durch den Bau der Lebensraum geschützter Tierarten gefährdet werden könnte. Die Landwirte fordern stattdessen, die vorhandene Straße durch den Ort fünf Meter abzusenken und sie mit ausreichend Lärmschutz zu versehen.

Manche überlegen, wegzuziehen

Hintergrund der Diskussion: Tausende Autos und Laster fahren täglich durch den kleinen Lampertheimer Stadtteil. Die B47 führt mitten durch Rosengarten. Vor allem morgens und am Nachmittag ist die Belastung für die Anwohner besonders hoch. Einige haben sich neue, dreifach-verglaste Scheiben in die Häuser einbauen lassen, andere denken darüber nach, ganz wegzuziehen. Für diese Anwonhner direkt an der vielbefahrenen Straße wäre eine Ortsumgehung also ein Segen.

Oliver Schmitt, Anwohner und Vorsitzender der Bürgerkammer

"Beide Seiten haben Argumente"

Existenz-Ängste bei Pferdehof-Besitzerin

Bei Pferdehof-Besitzerin Steffi Schwarz zeigen die Mundwinkel hingegen nach unten: Sie hat Existenz-Ängste, wie sie im Gespräch mit HIT RADIO FFH erzählt. "Läuft die vierspurige Umgehung wie geplant an meinem Hof vorbei, hätten viele Tiere durch den Lärm Angst", so Steffi Schwarz. Reiter würden sich vielleicht andere Ställe suchen, befürchtet sie.

Flächenverlust in einer Größe vieler Fußballfelder

Die geplante Südumgehung würde quer durch Natur, Äcker, Felder und Wiesen verlaufen. Auch andere Betriebe haben deshalb geklagt. "Wir sprechen hier von einem viel zu hohen Flächenverlust", sagte Landwirt Alexander Krug zu FFH. Heutige Ingenieurskunst und Bautechnik würden eine tiefergelegte Ortsdurchfahrt möglich machen. Die Forderung der Kläger: Eine Tunnel- oder Troglösung entlang der bestehenden B47.

Ute Haas-Zanlonghi, Anwohnerin und Co-Vorsitzende der Bürgerkammer

"Es gibt kein schwarz-und weiß hier"

FFH-Reporter Benjamin May berichtet von der B47

nach oben