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E-Highway auf der A5: FFH-Reporter fährt mit

E-Highway auf der A5 - FFH-Reporter durfte im Test-Lkw mitfahren

Seit gut einem halben Jahr ist der sogenannte E-Highway auf der A 5 zwischen Langen und Weiterstadt in Betrieb – eine Teststrecke für Elektro-Lkw, die sich an eine Oberleitung andocken. Doch es hagelt Kritik an den Kosten von fast 15 Millionen Euro, die vom Bund getragen werden – und viele Autofahrer haben noch nie einen solchen Test-Lkw auf der A 5 gesehen. 

Pro Richtung nur drei Minuten am Strom

Doch es gibt ihn tatsächlich: Nach Angaben der Spedition Schantz (Ober-Ramstadt) war der Test-Lkw seit Ende Mai schon mehr als 500-mal auf dem E-Highway unterwegs. Eine plausible Erklärung dafür, dass der 40-Tonner kaum jemandem auffällt: Das Andocken der Zugmaschine, ein Prototyp der Marke Scania, an die Oberleitung, dauert pro Richtung nur drei Minuten. Bedeutet: Vor und nach dem fünf Kilometer langen E-Highway ist das Teil, mit dem sich der Lkw an die Oberleitung hängt, eingeklappt – und keinem Laien fällt auf, was das überhaupt für ein besonderer Lkw ist.

Und so sieht das Ganze live aus...

© FFH

Auf einer Strecke von jeweils fünf Kilometern fahren Hybrid-LKW über die A5 in beiden Richtungen zwischen Langen und Weiterstadt auf Deutschlands erstem E-Highway. Diese Aufnahmen stammen aus dem Sommer 2019 

Kritik: "Viel zu teuer"

Wissenschaftliche Ergebnisse des Tests will man nach Abschluss des Feldversuchs Ende 2022 veröffentlichen. Der Bund der Steuerzahler kritisiert aber den Lkw-Oberleitungs-Test in Südhessen: Er sei viel zu teuer für eine Technologie mit ungewisser Zukunft. Sie könne auch in eine Sackgasse führen: Denn wahrscheinlich werde eine teure flächendeckende Oberleitungs-Infrastruktur niemals gebaut.

Spedition: Fahrzeug inzwischen sehr stabil

Christoph Gerschermann, Leiter der Spedition Schantz, verteidigt den Versuch. Er sagt: "Nach Anfangsproblemen läuft das Spezialfahrzeug sehr stabil. Das Fahrgefühl ist sehr entspannt." Außerdem sei der Lkw, wenn er elektrisch unterwegs ist, wegen seiner geringen Geräuschentwicklung besonders für Innenstädte gut geeignet.

Speditionsleiter: "Brauchen Antriebs-Alternativen"

Speditionsleiter Christoph Gerschermann

von der Spedition Schantz aus Ober-Ramstadt

© FFH

Diesel-Motor muss helfen

Auf dem jetzigen Stand der Akku-Technologie kann der Lkw auf einer 54 Kilometer langen Distanz zwischen Ober-Ramstadt und Frankfurt-Fechenheim zu knapp 40 Prozent rein elektrisch fahren - inklusive der eHighway-Strecke. In der übrigen Zeit muss die Zugmaschine auf ihren 450 PS starken Diesel-Motor zurückgreifen, der zudem einspringen muss, wenn etwa hügelige Strecken zu überwinden sind. In künftigen Fahrzeugvarianten sollen mehr Akkus verbaut und damit der Elektro-Anteil erhöht werden.

Der E-Highway aus Sicht eines Siemens-Werbevideos

© youtube.com/Siemens
Marc Wilhelm

Reporter
Marc Wilhelm

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