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Mahnmal erinnert an ertrunkene Mutter und den Sohn

Mutter und Sohn gestorben - Mahnmal am Rhein erinnert an Ertrunkene

Eine Mutter und ihr 5 Jahre alter Junge sterben im Rhein - bei einem tragischen Badeunfall am letzten Wochenende. Jetzt erinnern zwei weiße Kreuze an der Stelle an das Unglück bei Trebur in Südhessen - ein Mahnmal. Außerdem hat die Gemeinde ein Warnschild aufstellen lassen. 

"Baden verboten"-Schild an Unglücksstelle

"Baden verboten" steht auf dem Schild, in Deutsch und Englisch. Dazu auch ein großes Symbol, das vor der der gefährlichen Strömung warnt. Am Samstagabend (27.6.) war ein fünfjähriger Junge beim Baden im Rhein ertrunken - bei dem Versuch, ihn zu retten, starb auch seine Mutter. 

Kreis Groß-Gerau warnt vor Gefahren

Starke Strömung hat Mutter und Sohn mitgerissen

Laut DLRG Rheinhessen waren die Beiden von der Strömung mitgerissen worden. Nachdem der Junge verschwunden war, hatte die Mutter versucht, ihn zu retten. Sie geriet selbst in Not und ein Helfer zog sie zunächst aus dem Wasser. Laut Polizei war die 30 Jahre alte Frau daraufhin erneut in den Rhein gelaufen. Auch ihre 13-jährige Tochter hatte im Fluss versucht, dem Bruder zu helfen. Der Wasserschutz brachte das Mädchen unversehrt an Land. Mutter und Sohn wurden zwar geborgen, konnten aber trotz Wiederbelebungsversuchen nicht gerettet werden.

FFH-Reporter Marc Wilhelm an der Unglücksstelle am Rhein

© FFH

Die Unglücksstelle befindet sich an einem der sogenannten "wilden Badestrände" am Rhein bei Trebur, die über einen Feldweg und Trampelpfade zu erreichen sind 

In Ufernähe lauert die Gefahr

Unsere weitere Recherche vor Ort ergibt: Weder das Kind noch die Mutter konnten schwimmen. Das sagte uns der Onkel des fünf Jahre alten Jungen. Die Familie sei auch zum ersten Mal an dieser Stelle gewesen, die Gefahren seien ihr offenbar nicht bewusst gewesen. Er selbst halte diesen Abschnitt des Rheins nur möglich zum Sonnenbaden am Ufer, nicht aber zum Schwimmen. Denn: An diesen Stellen erscheint das Baden lebensgefährlich, insbesondere für Kinder. Schon vom Ufer aus sind gefährliche Strömungen und Strudel zu erkennen. Vorbeiziehende Schiffe erzeugen außerdem Wellengang.

Camper: "Extrem viele Menschen kommen zum Baden"

Wenige Hundert Meter flussabwärts befindet sich ein Campingplatz. Dessen Bewohner haben den Rettungseinsatz mitbekommen und sind auch am Tag danach schockiert. So sagt Nadine Klüber, selbst Mutter zweier kleiner Kinder: "Wir sind auch regelmäßig am Wasser, aber sobald die Kinder weiter reingehen, rufen wir sie direkt zurück." Und ihre Mutter Sandra ergänzt: "Der Rhein ist gefährlich. Aber im Moment ist es extrem, dass so viele Menschen zu den 'Wildstränden' hier kommen."

Ömer Erol: "Man hat nichts mehr machen können"

Onkel des toten Jungen

Camper: "Es ergreift einen"

Augenzeugen vom benachbarten Campingplatz

© FFH

DLRG warnt vor strudelartigen Strömungen im Rhein

Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rheinhessen rief noch einmal dazu auf, nicht im Rhein zu schwimmen. Vorbeifahrende Schiffe erzeugten einen kräftigen Sog, hieß es in einer Mitteilung. Zudem bildeten sich an den Steinaufschüttungen im Rhein strudelartige Strömungen. Es bestehe keine Chance, gegen die Strömung anzuschwimmen, sobald eine scheinbar geschützte Bucht verlassen werde.

Nehmen Badeunfälle in diesem Sommer zu?

Schon Ende Mai warnte die DLRG im Interview mit uns vor der Gefährlichkeit, in Flüssen und Seen zu schwimmen. Wegen der aufgrund der Corona-Situation häufig eingeschränkten Möglichkeit, ein Freibad zu besuchen, befürchtet die DLRG eine Zunahme von Badeunfällen in Flüssen und Seen in diesem Sommer.

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