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Mit Knallern gegen Stare in der Adolfsallee

Sie verdrecken den Spielplatz - Mit Knallern sollen Stare verjagt werden

Seit einigen Jahren nutzt eine große Schar von Staren die Bäume in dem kleinem Park mit dem Kinderspielplatz in der Wiesbadener Adolfsallee als Schlafplatz. Die Folge: überall Vogelkot! Das Grünflächenamt  muss deshalb die Bänke und den Spielplatz mehrmals wöchentlich reinigen. Die Kosten dafür liegen monatlich bei ungefähr 5.500 Euro. Jetzt sollen die Stare verjagt werden. 

Neben den verdreckten Grün- und Spielflächen sind der Lärm der Vögel und der Kotgeruch für die Anwohner unerträglich. Sogar der Vogelschutzbeauftragte der Stadt Wiesbaden Oliver Weirich hat Verständnis für den Ärger der Menschen: Ich habe mit den Leiten vor Ort gesprochen und die kommen damit einfach nicht mehr damit klar. Die Stare kommen jetzt schon das fünfte Jahr in Folge und bleiben immer länger hier in der Adolfsallee. Der Spielplatz ist nach wenigen Tagen in einem schrecklichen Zustand. Da möchte kein Kind drauf spielen". Das Grünflächenamt hat in den vergangenen Wochen sogenannte "akustische Vergrämungsmaßnahmen" in die Wege geleitet. Viel gebracht habe das allerdings nicht, erklärt Patricia Krämer vom Wiesbadener Umweltamt.

Bislang kein Erfolg

Zusätzliche hatten die Verantwortlichen sogenannte "Scary-Eye-Balloons" installiert. Das sind Ballons mit aufgedruckten Augen, die Raubvogelaugen imitieren und somit kleinere Vogelarten erschrecken sollen. Ein erster Versuch zeigte allerdings auch keinen Erfolg. Die Schlafplätze wurden mit Verzögerung trotzdem wieder eingenommen. Der Vogelstimmenrekorder wurde nach dem erfolglosen Versuch abgeschaltet und die Ballons entfernt, um eine Gewöhnung für die schlauen Tiere zu vermeiden.

Aufrüstung mit Knallkörpern

Um die Stare nun endlich doch von den Bäumen zu verjagen startete die Stadt gestern einen neuen Versuch gemeinsam mit einem Pyrotechniker und sogenannter Knallkörper. Das wurde am Donnerstag erstmals probiert - mit ersten Erfolgen. Die riesigen Schwärme wurden vor dem Landeanflug mit mehr als ein Dutzend Böllern erschreckt. Nach einer guten Stunde gab es grünes Licht vom Vogelschutzbeauftragten: Keine Stare in den Bäumen mehr zu sehen. Verletzt wurde von den Staren glücklicherweise niemand. 

Drei Tage knallt es in der Adolfsallee

Die Anwohner dürfen also erst einmal aufatmen. Die Aktion wird übrigens am Freitag noch einmal wiederholt um auch Nachzügler zu vertreiben. Also nicht erschrecken, wenn es gegen halb sieben Uhr noch einmal laut wird. Maximal sind drei Einsatztage für die Maßnahme geplant.

Böllern gegen Stare: Die Stadt Wiesbaden greift zu drastischen Maßnahmen

© FFH/ Eisenmann
Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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