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Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

Hessens größte Impf-Aktion - FFH beantwortet die wichtigsten Fragen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie läuft in Hessen die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes. FFH beantwortet hier die wichtigsten Fragen zu dem Mammut-Projekt.

Wer wird wann geimpft?

Die Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums, der auch Hessen folgt, sieht folgende Auflistung vor (Stand 24.02.21):

1. Gruppe: Schutzimpfungen mit höchster Priorität

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie z.B. Bronchoskopie)
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht - insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin

2. Gruppe: Schutzimpfungen mit hoher Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt
  • Personen, die ein hohes Schutzbedürfnis aufgrund einer laufenden, geplanten oder sich im Krankheitsverlauf ergebenden notwendigen und/oder zeitkritischen Krebsbehandlung haben, die im Falle einer Infektion aufgeschoben oder abgebrochen werden müsste
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%), Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen untergebracht oder tätig sind 
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind

3. Gruppe: Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen (Remissionsdauer mind. 5 Jahre), Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%), Adipositas (BMI über 30)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im  Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren  oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte tätig sind
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen
  • Personen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen tätig sind, die nicht zur Gruppe 2 gehören

Erst danach sollen auch alle anderen Menschen geimpft werden - wenn sie dies möchten.

Wie sieht der zeitliche Ablauf aus?

Die ersten Impfungen haben in Deutschland am 26. Dezember begonnen. Zu Beginn impften mobile Teams die Menschen in Alten- und Pflegeheimen und das Personal in Schwerpunktkliniken. Zum Jahresewechsel hatten sich in Deutschland laut Robert-Koch-Institut fast 166.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

Am 19. Januar eröffneten dann die ersten sechs von insgesamt 28 regionalen Impfzentren - in Kassel, Heuchelheim bei Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Seit dem 9. Februar haben auch die weiteren 22 hessischen Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen und die Impfungen werden entsprechend der Risikogruppen ausgeweitet. 

Außerdem sollen für Menschen über 80 auch Hausbesuche der mobilen Impfteams ermöglicht werden.

Seit dem 23. Februar können sich alle Angehörigen der zweiten Priorisierungsgruppe für einen Impftermin anmelden.

Ab dem 6. April sollen Schritt für Schritt auch die Hausärzte in die Impfkampagne einbezogen werden.

Wie kann ich mich zur Impfung anmelden?

Die Anmeldung ist über zwei Wege möglich:

Wer sich registriert, bekommt die Termine für Erst- und Zweitimpfung automatisch per Post oder per E-Mail. Wenn der Vorschlag nicht passt oder ein Paartermin bevorzugt wird, können Umbuchungen jederzeit online oder täglich zwischen 8 und 20 Uhr telefonisch erfolgen. Die Terminvergabe verläuft innerhalb der Priorisierungsgruppe durch die Vergabesoftware nach Alter fallend, dem Zufallsprinzip folgend und richtet sich stets nach den verfügbaren Impfdosen.

Wie ist die wichtige zweite Impfung geregelt?

Hessen bleibt bei seiner Strategie, dass jede Lieferung halbiert wird, um die wichtige Zweitimpfung garantieren zu können. Diese erfolgt im selben Impfzentrum wie die Erstimpfung. Termine für die Zweitimpfung werden bei der Anmeldung gleich mitvereinbart.

Welche Impfdosen von welchem Hersteller?

Zunächst wurden in Hessen nur Impfdosen des Herstellers Biontech-Pfizer verimpft. Nach anfänglichen Lieferschwierigkeiten hat sich die Zahl der gelieferten Impfdosen inzwischen erhöht, so dass seit Mitte Februar deutlich mehr Menschen geimpft werden können.

Inzwischen sind aber auch die Impfstoffe von Moderna und Astrazeneca zugelassen und werden in den hessischen Impfzentren verimpft. Das Vakzin von Astrazeneca wird seit dem 31. März nur noch an Menschen ab 60 Jahren und älter verimpft. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen - vor allem bei jüngeren Frauen. Deshalb darf der Astrazeneca-Impfstoff nur an Menschen über 60 Jahre verimpft werden.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist aus Sicht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) sicher. Es werde aber eine Warnung in die möglichen Nebenwirkungen aufgenommen.

Außerdem hat der Impstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson bereits eine Zulassung in der EU. Erste Lieferungen werden aber erst für Mitte April erwartet.

Darf man sich den Impfstoff aussuchen?

Eine Wahlmöglichkeit für die kostenlose Impfung gegen das Coronavirus könnte sich laut Innenministerium erst ergeben, wenn eine ausreichende Menge an verschiedenen Impfstoffen für große Teile der Bevölkerung zur Verfügung steht. "Allerdings gilt es zu beachten, dass unterschiedliche Impfstoffe auch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen werden und sich dementsprechend auch für bestimmte Personengruppen besser eignen könnten."

Wird die Fahrt zum Impfzentrum für Senioren gezahlt, wenn sie alleine nicht dorthin kommen können?

Über 80-Jährige, die auch nicht mit Unterstützung von Angehörigen, Freunden und sonstigen Diensten ins Impfzentrum kommen können, erhalten die Möglichkeit zu Hause geimpft zu werden. Bis Hausbesuche durch mobile Impfteams landesweit erfolgen können, wird es aber noch eine Weile dauern. Das Land hat die Kommunen gebeten, nach Möglichkeit Fahrdienste einzurichten, um ältere Menschen ins Impfzentrum zu bringen, wenn sie diese nicht in eigener Regie erreichen können.

Aus dem Info-Schreiben an die Senioren geht hervor, dass das Land die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Menschen übernimmt, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt.

Darf ein Pfleger oder Angehöriger mit ins Impfzentrum kommen?

Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten ins Impfzentrum begleiten. Dies gilt für sämtliche betreuende Personen, die für eine reibungslose Impfung wichtig sind, etwa Alltagshelfer und Übersetzer. Niemand muss Angst haben, im Impfzentrum alleine gelassen zu werden, versichern die Verantwortlichen.

Was muss zur Impfung mitgebracht werden?

Als Nachweis für Anspruch auf eine Impfung müssen die Senioren über 80 Jahre den Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis vorlegen. Daraus soll der Wohnort oder gewöhnliche Aufenthaltsort hervorgehen. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen ein ärztliches Zeugnis zum Nachweis ihrer Erkrankung.

Werden auch Menschen ohne Impfpass geimpft?

Ja. Diesen Personen wird dann eine Impfbescheinigung in Papierform zur Verfügung gestellt.

Ich war bereits an Corona erkrankt. Werde ich trotzdem geimpft?

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission lauten, dass erkrankte und genesene Patienten nicht geimpft werden müssen. Im Rahmen der Priorisierung ist eine Impfung dennoch möglich.

So läuft die Impfung in Alsfeld ab

FFH-Reporterin Eva-Maria Lauber stellt die Impfstraße in Alsfeld vor

Wo sind die Impfzentren?

© Hessisches Innenministerium

Zunächst sind die sechs regionale Impfzentren geöffnet.

In Hessen gibt es 28 Impfzentren - an welchen Standorten sie errichtet wurden, lesen Sie hier. Sie sind unter anderem auch in Sporthallen, Hotels oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung sind die Kreise und kreisfreien Städte - örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) beraten und unterstützen. Für Menschen, die nicht zu einem Impfzentrum gehen können, sollen mobile Teams im Land unterwegs sein.

Impfen im Möbelhaus

Kann ich mich auch in einem anderen Bundesland impfen lassen?

Nein, das ist nicht möglich.

Wie laufen die Impfungen ab?

In der Messehalle in Wiesbaden zum Beispiel werden - wie auch in anderen Zentren - sogenannte Impfstraßen eingerichtet. Das sind eine Reihe von Stationen, über die der Impfkandidat geleitet wird: die Erfassung der Daten, falls gewünscht ein Vorgespräch mit einem Arzt, der Impfvorgang und schließlich eine Ruhezone. Mit Trennwänden wurden die Bereiche und Impfstraßen abgetrennt, um eine Ansteckung zu verhindern.

Auch Kühlschränke zur Zwischenlagerung des Impfstoffs werden eingerichtet. Der Einbau einer Tiefkühlung ist nicht nötig, da die Medikamente zeitnah aus größeren Lagern gebracht würden.

Muss ich für die Impfung zahlen?

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. "Die Kosten für Aufbau, Betrieb und Abwicklung der Impfzentren werden von Seiten des Landes getragen, wobei der Bund angekündigt hat, sich im Nachgang hälftig beteiligen zu wollen", heißt es aus dem Innenministerium. Den Impfstoff stelle der Bund kostenfrei bereit.

Werde ich zur Impfung verpflichtet?

Die Landesregierung appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich an der großangelegten Aktion zu beteiligen, um die Ansteckungsgefahr effektiv einzudämmen. "Je mehr Menschen mitmachen, desto erfolgreicher und schneller können wir die Pandemie bezwingen." Zur Vorbereitung der Impfaktion sollen 20 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen bereitgestellt werden.

Wie schützt mich die Impfung?

Die Frankfurter Medizinerin Sabine Wicker, Vize-Chefin der Impfkommission, sagt, dass der Biontech-Impfstoff recht effektiv schütze. Nach der ersten Impf-Dosis gebe es einen Schutz von etwa 50 Prozent, nach der zweiten Dosis sei dann der volle Impfschutz erreicht. Wie lange die Impfung schütze, sei allerdings noch nicht geklärt.

Es könne sein, dass Geimpfte das Virus  trotzdem weiter übertragen können, so die Vize-Chefin der Impfkommission, Wicker. Auch wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, muss deswegen auch nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Rücksicht auf andere Menschen weiter Vorsichtsregeln beachten. Soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen seien eine Zeit lang auch für die Gruppe der Geimpften wichtig. "Die Forschung über die Impfungen muss wirklich noch fortgesetzt werden", wies die WHO-Impfspezialistin Kate O'Brien auf offene Fragen hin.

Was ist bislang über Nebenwirkungen bekannt?

Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen sind weiterhin die absolute Ausnahme. Nach fast neun Millionen Impfungen in Deutschland nannte das für die Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut eine Quote von 0,3 pro 1.000 Impfdosen. Impfungen seien "eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen", heißt es in dem Sicherheitsbericht aus Langen.

Nach dem vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca nach Meldungen über Sinusvenenthrombosen vor allem bei jüngeren Menschen erhalten das Vakzin seit dem 31. März nur noch Menschen ab 60 Jahren. Aber auch jüngere Menschen können sich auf Wunsch und nach Beratung durch einen Arzt mit Astrazeneca impfen lassen. 

Die Beschwerden unterscheiden sich bei den drei Herstellern: Während nach Comirnaty Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Ermüdung am häufigsten berichtet wurden, wurden nach Impfung mit Astrazeneca vor allem grippeähnliche Erkrankungen, Schüttelfrost und Fieber gemeldet. Ein Hautauschlag als unerwünschte Reaktion fiel bei Moderna auf.

Bis 12. März wurden laut Robert-Koch-Institut 8,8 Millionen Impfungen durchgeführt: rund 7 Millionen mit Comirnaty, knapp 300.000 mit Moderna und 1,5 Millionen mit AstraZeneca. 19.194 Mal wurden Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet: 10.500 Mal für Comirnaty, 736 Mal bei Moderna und 7.663 Mal mit AstraZeneca. "Die Melderate betrug für die drei Impfstoffe zusammen 2,2 pro 1000 Impfdosen", rechnete das PEI aus, "für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,3 pro 1000 Impfdosen".

Nebenwirkungen melden

Nebenwirkungen können Bürger schnell per App melden. Eine vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) programmierte App ist kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Eine andere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ist die bestehende Website https://nebenwirkungen.bund.de.

Wirkt die Impfung auch gegen die Corona-Mutationen?

Einer Laborstudie zufolge wirkt der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die in Großbritannien und Südafrika erstmals aufgetauchten Varianten von Sars-CoV-2. Die Daten der Studie seien im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht worden, teilten beide Unternehmen gemeinsam mit. Es habe sich im Labor gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Impfstoff geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Varianten neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren.

Der Astrazeneca-Impfstoff zeigt neuen Studienergebnissen zufolge wohl lediglich eine recht begrenzte Wirkung gegen die in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante. Die vorläufigen Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand zeigen, dass das Vakzin bei der Variante B.1.351 wohl weiterhin wirksam gegen schwere Verläufe ist, leichte Erkrankungen aber weniger verhindert. Allerdings ist die Aussagekraft der Daten dem Bericht zufolge begrenzt, da der Großteil der 2.000 Probanden der Studie jung und gesund war.

Wie viele Impfdosen werden in Hessen benötigt?

Derzeit werde mit vier Millionen zu impfenden Menschen in Hessen gerechnet, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Da pro Person jeweils zwei Impfungen nötig sind, seien es insgesamt acht Millionen Impfungen.

Wie viele Impfungen sind täglich geplant?

Pro Tag sollen in den 28 Zentren in Hessen bis zu 3.000 Impfungen durchgeführt werden können. Es soll an sieben Tagen die Woche geimpft werden. Das setzt allerdings eine entsprechende Verfügbarkeit von Impfstoffen voraus.

Wie lange dauert die Impfaktion?

Für die großangelegte Impfaktion plant die Landesregierung nach derzeitigem Stand rund zehn Monate ein, bis etwa 70 Prozent der Hessen geimpft sein könnten. Sozialminister Klose sagte: bei Vollauslastung aller Impfzentren rechnen wir mit 250 Tagen, bis jeder geimpft ist, der möchte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach angekündigt, bis zum 21. September allen Erwachsenen in Deutschland, die geimpft werden wollen, ein Angebot machen zu wollen. 

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