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Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

Hessens größte Impf-Aktion - FFH beantwortet die wichtigsten Fragen

© dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie läuft in Hessen die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes. Millionen Hessen bekommen - wie auch die anderen Bundesbürger - ein freiwilliges, kostenloses Impfangebot für einen Termin im Impfzentrum oder beim Hausarzt. FFH beantwortet hier die wichtigsten Fragen zum Mammut-Projekt.

Anmerkung: Aufgrund der extrem dynamischen, komplexen Lage erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bitten um Verständnis, dass manche Bereiche hier nur angeschnitten werden können. Bei weitergehenden Fragen stehen wir selbstverständlich auf den bekannten Kommunikationswegen zur Verfügung.

Wer wird wann geimpft?

Wer in Hessen wohnt und keiner Priorisierungsgruppe angehört, kann sich sich online oder telefonisch für die Schutzimpfung gegen das Coronavirus in einem der 28 hessischen Impfzentren zu registrieren, teilt das Innenministerium mit.

Bis zur ersten Injektion wird es vielfach dauern: "Zeitnahe Terminangebote werden jene Neuregistrierten aufgrund der nach wie vor nicht ausreichenden Impfstoffmengen in der Regel aber nicht erhalten können", so das Ministerium weiter.

Die Registrierung erfolge nach Zufallsprinzip. Das bedeute, dass der Zeitpunkt der Registrierung keinen unmittelbaren Einfluss auf die Terminzuweisung habe. Bevorzugt wird nur, wer einer der priorisierten Gruppen 1 bis 3 angehört und sich bis zum 6. Juni registriert hat.

Impfungen sind auch bei Haus- und Betriebsärzten möglich. Dort ist eine separate Anmeldung nötig.

Warum sollte ich mich impfen lassen?

Die Corona-Impfung schützt vor Covid-19. Alle verfügbaren Impfstoffe haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine gute Wirksamkeit, denn Impfstoffe werden nur zugelassen, wenn sie einen substanziellen Schutz bieten.

Der Krankheitsverlauf von Covid-19 variiert in Sachen Symptomatik und Schwere. Möglich ist Lungen- und Organversagen bis hin zum Tod. Ein Teil der PatientInnen hat sich auch Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht erholt und leidet weiter unter schweren Symptomen. Wer erkrankt, kann – auch ohne es zu wissen – Freunde, Kollegen und Familienmitglieder anstecken. Neben den Abstands- und Maskenregeln ist deshalb die Impfung ein wichtiger Baustein, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Impfung hilft dem Immunsystem dabei, den Erreger zu bekämpfen.

Wie kann ich mich zur Impfung anmelden?

© dpa

Die Anmeldung für eine Impfung im Impfzentrum ist über zwei Wege möglich:

Wer sich registriert, bekommt die Termine für Erst- und Zweitimpfung automatisch per Post oder per E-Mail. Die Terminvergabe verfolgt nach Zufallsprinzip heißt es von der Staatskanzlei. Das bedeute: Der Zeitpunkt der Registrierung hat keinen unmittelbaren Einfluss auf die Termin-Zuweisung.

In vielen hessischen Städten und Gemeinden gibt es außerdem Corona-Impfbörsen für den Impfstoff von Astrazeneca. Dort können sich über 60-Jährige und andere Personen der ersten beiden Priorisierungsgruppen eintragen lassen und kurzfristig einen Termin bekommen, wenn jemand nicht zu seinem Impftermin kommt.

Neben den Corona-Impfzentren laufen seit Anfang April auch Schutzimpfungen in den Hausarztpraxen. Die Vergabe der Impftermine handhabt jede Praxis anders. Teils müssen sich Impfberechtigte auf der Website der jeweiligen Praxis für einen Termin eintragen oder telefonisch nachfragen. Manche Hausärzte gehen aber auch auf diejenigen zu, für die eine Impfung infrage kommen.

Wie viele Menschen wurden bisher geimpft?

In Deutschland sind nun 22.302.188 Personen (26,8 Prozent der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben 40.475.199 Personen (48,7 Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten. (Stand 14.06.)

Die meisten Bundesländer nähern sich bei den Erstimpfungen der 50-Prozent-Marke an oder haben sie sogar bereits überschritten. Die höchste Quote hat Bremen mit 54,0. Hessen liegt mit 48,3 Prozent im Mittelfeld. Den höchsten Anteil an vollständig Geimpften hat das Saarland mit 31,9 Prozent vorweisen. Hessen liegt hier hinten: Aktuell haben erst 24,5 Prozent bereits den vollständigen Impfschutz (Stand 15.06.).

Die aktuellen Daten gibt es auf der Seite des Robert Koch-Instituts und beim Impfdashboard.

Wie viel Impfstoff welcher Hersteller gibt es?

© Paul-Ehrlich-Institut

Zugelassen sind in der EU die Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Bis zum Ende der Kalenderwoche 23 am 13. Juni wurden 67.563.010 Dosen Impfstoff geliefert, so die Zahlen des Impfdashboards.

Die Mengenverhältnisse der ausgelieferten Dosen sind wie folgt: 

  • Biontech/Pfizer 47,7 Mio.
  • Astrazeneca 11,8 Mio.
  • Moderna: 5,9 Mio.
  • Johnson & Johnson: 2,2 Mio.

Eine aktuelle Übersicht zu den Lieferungen für Deutschland bietet das Impfdashboard, Informationen zu vorgesehenen Impfstoffmengen gibt die Bundesregierung auf ihrer Website.

Impfstoff für Kinder und Jugendliche

In der EU darf aktuell nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer an Kinder und Jugendliche ab 12. Jahren verabreicht werden. Die EU-Kommission das Vakzin offiziell zugelassen. Sie folgte damit einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).

Der US-Hersteller Moderna bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Moderna hat bislang eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren können sich beim Haus- oder Kinderarzt impfen lassen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren aus. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, wie aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts hervorging.

Die Liste umfasst zwölf Krankheiten, darunter Adipositas, Diabetes, Herzfehler, chronische Lungenerkrankungen und Trisomie 21. Eine Auswertung des Zentralinstituts zeigt, dass etwa elf Prozent aller Jugendlichen in Deutschland in der fraglichen Altersgruppe mindestens eines dieser Risikomerkmale aufweisen. Demnach sollten sich Rund eine halbe Million Jugendliche sollten sich wegen besonderer Risiken gegen das Coronavirus impfen lassen.

Bundeskanzlerin Merkel betont: „Ein sicherer Schulbetrieb wird auch in Zukunft völlig unabhängig von der Frage sein, ob ein Kind geimpft ist oder ob ein Kind nicht geimpft ist.“  Es solle kein indirekter Zwang für Eltern entstehen, ihr Kind impfen zu lassen: „Wir haben keine Impfpflicht.“

Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Parallel dazu läuft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschließlich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verfügbar sein werden. Bis die ersten Kinder aus dieser Altersgruppe mit dem Vakzin geimpft werden können, wird es folglich noch dauern, da Biontech/Pfizer erst nach diesem Zwischenschritt einen Zulassungsantrag bei der EMA stellen werden.

Darf man sich den Impfstoff aussuchen?

Eine Wahlmöglichkeit für die kostenlose Impfung gegen das Coronavirus könnte sich laut Innenministerium erst ergeben, wenn eine ausreichende Menge an verschiedenen Impfstoffen für große Teile der Bevölkerung zur Verfügung steht.

In manchen Impfzentren und Arztpraxen gibt es Sonder-Impftermine für einzelne Impftstoffe, etwa für Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Darf ein Pfleger oder Angehöriger mit ins Impfzentrum kommen?

Angehörige oder Betreuer dürfen die Impfberechtigten ins Impfzentrum begleiten. Dies gilt für sämtliche betreuende Personen, die für eine reibungslose Impfung wichtig sind, etwa Alltagshelfer und Übersetzer.

Was muss zur Impfung mitgebracht werden?

Als Nachweis für Anspruch auf eine Impfung müssen Impfwillige den Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis vorlegen. Daraus soll der Wohnort oder gewöhnliche Aufenthaltsort hervorgehen. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen ein ärztliches Zeugnis zum Nachweis ihrer Erkrankung. Wer aufgrund einer bestimmten beruflichen Tätigkeit geimpft werden kann, benötigt eine Bescheinigung des Arbeitgebers.

Werden auch Menschen ohne Impfpass geimpft?

Ja. Diesen Personen wird dann eine Impfbescheinigung in Papierform zur Verfügung gestellt.

Ich war bereits an Corona erkrankt. Brauche ich trotzdem eine Impfung?

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission lauten, dass erkrankte und genesene Patienten zumindest nicht sofort geimpft werden müssen. Man könne von einer Schutzwirkung „für mindestens sechs bis acht Monate“ nach überstandener Infektion ausgehen. Daher sollte bei Genesenen „frühestens sechs Monate“ danach eine Impfung erwogen werden. Es reiche dann eine Dosis mit einem der zugelassenen Impfstoffe.

So läuft die Impfung in Alsfeld ab

FFH-Reporterin Eva-Maria Lauber stellt die Impfstraße in Alsfeld vor

Wo sind die Impfzentren?

In Hessen gibt es 28 Impfzentren - an welchen Standorten sie errichtet wurden, lesen Sie hier. Sie sind unter anderem auch in Sporthallen, Hotels oder sogar auf einem alten Flugplatz. Verantwortlich für die Errichtung sind die Kreise und kreisfreien Städte - örtliche Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) beraten und unterstützen.

Die 28 hessischen Impfzentren sollen spätestens am 30. September dieses Jahres schließen. Diese Entscheidung des Corona-Kabinetts teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. Bis zu diesem Zeitpunkt sei eine Finanzierung durch den Bund und das Land sichergestellt. Jeder, der seine Erstimpfung in einem Zentrum bekommen habe, werde auch noch die Möglichkeit bekommen, dort seine Zweitimpfung zu erhalten.

Impfungen würden anschließend weiterhin in Arztpraxen und durch Betriebsärzte erfolgen, teilte das Ministerium mit.

Kann ich mich auch in einem anderen Bundesland impfen lassen?

Nein, das ist nicht möglich.

Muss ich für die Impfung zahlen?

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. "Die Kosten für Aufbau, Betrieb und Abwicklung der Impfzentren werden von Seiten des Landes getragen, wobei der Bund angekündigt hat, sich im Nachgang hälftig beteiligen zu wollen", heißt es aus dem hessischen Innenministerium.

Können sich auch Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen?

Ja. Die verfügbaren Impfstoffe wurden nach Angaben des RKI an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden. Zurzeit kursiert eine Fehlinformation. Sie besagt, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen könne. Diese Aussage ist falsch.

Was Frauen mit Kinderwunsch aber beachten sollten, ist die Impfung in der Schwangerschaft selbst. Es gibt derzeit keine systematisch am Menschen erhobenen Daten dazu, ob die Impfung in der Schwangerschaft sicher ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Impfung nicht sicher ist. Es mangelt nur an Daten, um diese Frage zu beantworten. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Stand jetzt, Schwangere nicht zu impfen. Eine erfolgte Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Die Empfehlung ist eine Vorsichtsmaßnahme, kein direkter Hinderungsgrund.

Auch zur Impfung in der Stillzeit liegen nur wenige Daten vor. Stillende Frauen waren aus den Phase 3-Studien ausgeschlossen. Die Stiko hält es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.

Wie gut schützt mich die Impfung?

Nicht nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, sondern auch die von Astrazeneca und Johnson & Johnson bieten einen sehr hohen Schutz vor einer schweren Corona-Erkrankung. Die Wirksamkeit dieser vier in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe ist mittlerweile in mehreren Studien nachgewiesen. Aber: Eine kleine Restwahrscheinlichkeit, dass man an Covid-19 erkrankt, besteht auch nach der vollständigen Impfung. Auch wie lange der Impfschutz anhält, muss noch genauer erforscht werden.

Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe nach Angaben des Robert-Koch-Instituts:

  • Biontech/Pfizer: Eine 95 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen sieben Tage nach zweiter Dosis)
  • Moderna: Eine 94,1 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen zwei Wochen nach zweiter Dosis)
  • Astrazeneca: Eine 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (gemessen 15 Tage nach zweiter Dosis) - und eine 95 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen
  • Johnson & Johnson: Eine 65 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken (nur eine Dosis nötig) - und eine 80 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen

Was ist bislang über Nebenwirkungen bekannt?

© Paul-Ehrlich-Institut

Häufig gemeldete unerwünschte Reaktionen nach Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna (in der Abbildung grau), Vaxzevria (ehemals: COVID-19-Impfstoff AstraZeneca, rot) und Comirnaty (BioNTech/ Pfizer, blau) im Zeitraum 27.12.2020 bis 30.04.2021.

Wahrscheinlich wird man nach einer Corona-Impfung mindestens eine der leichteren Nebenwirkungen ("Impfreaktionen", z.B. Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen) bemerken. Sie sind ein Hinweis, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Die meisten Impfreaktionen sollten nach ein bis zwei Tagen verschwunden sein. Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen seien weiterhin die absolute Ausnahme, sagt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut in Langen.

In seinem Sicherheitsbericht vom 30. April berichtet das Paul-Ehrlich-Institut, dass nach der Impfung mit Comirnaty (BioNTech/ Pfizer) Kopfschmerzen, Ermüdung und Schmerzen an der Injektionsstelle am häufigsten berichtet wurden. Bei Vaxzevria (ehemals: COVID-19-Impfstoff AstraZeneca) traten vor allem grippeähnliche Erkrankung, Fieber und Schüttelfrost auf. Nach der Impfung mit Moderna wurden am häufigsten Lokalreaktionen, inklusive Schmerzen an der Injektionsstelle, gemeldet, teilt das Paul-Ehrlich-Institut mit.

Der Astrazeneca-Impfstoff wird in Deutschland vorsorglich nur noch eingeschränkt verimpft, seit Ende März grundsätzlich nur noch an Über-60-Jährige. Grund dafür sind sehr seltene Fälle von Thrombosen. Die Stiko empfiehlt den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ebenfalls in der Regel für Menschen ab 60 . Die Impfstoffe können allerdings nach ärztlicher Aufklärung und bei "individueller Risikoakzeptanz" weiter auch Jüngeren verabreicht werden.

Die Empfehlung für Personen, die mit Astrazeneca geimpft wurden: Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach der Impfung auftreten und anhalten, sollten PatientInnen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Nebenwirkungen melden

Nebenwirkungen können Bürger schnell per App melden. Eine vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) programmierte App ist kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Eine andere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ist die bestehende Website https://nebenwirkungen.bund.de.

Wirkt die Impfung auch gegen die Corona-Mutationen?

Grundsätzlich bieten die zugelassenen Impfstoffe auch einen Schutz gegen die bekannten Mutanten des Coronavirus. Allerdings gibt es in der Wirksamkeit große Unterschiede. Vor allem gegen die in Deutschland besonders verbreitete britische Corona-Mutante B.1.1.7 schützen die Impfstoffe offenbar gut, heißt es vom Robert-Koch-Institut (Stand 21.4.). Weniger gut ist vermutlich die Wirksamkeit gegen die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1.

Welcher Impfstoff vor welcher Variante besser schützt, ist umstritten. Studien und Erfahrungsberichte kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen. Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Seite über die indische Variante B.1.617, die auch hierzulande immer öfter nachgewiesen wird: "B.1.617 zeichnet sich durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, wobei erste laborexperimentelle Daten darauf hindeuten, dass die Impfstoffwirksamkeit nicht substanziell beeinträchtigt ist."

Wie viele Menschen müssen geimpft werden, um "normales" Leben zu ermöglichen?

Laut Europäischem Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten müssen rund zwei Drittel der Bevölkerung immunisiert sein, um die Corona-Verbreitung aufzuhalten. Die Weltgesundheitsorganisation nennt ähnliche Werte (ca. 60-70 Prozent der Bevölkerung), ab denen sich das Virus nicht mehr gut verbreiten könne. Offen ist dabei allerdings die Frage, welchen Einfluss Virus-Mutationen auf die Impfstoff-Wirksamkeit haben und wie schnell Impfstoffe daran im Fall der Fälle angepasst werden können.

Nachweis der Impfung

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern.

Mit dem digitalen Impfnachweis können Geimpfte Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff auf ihren Smartphones – entweder in der CovPass-App, in der Corona-Warn-App oder der Luca-App – digital speichern. Das Bundesgesundheitsministerium rät, die ausgehändigten QR-Codes aufzubewahren, um sie bei Bedarf erneut einscannen zu können, beispielsweise bei einem Handywechsel. 

Das Impfzertifikat enthält nach den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften, das Geburtsdatum sowie Impfstoff, Impfdatum und Impfdosis. Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, gibt es eine Prüf-App. Damit kann der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden. Alternativ bleibt auch ein Nachweis mit dem analogen Impfpass möglich.

Menschen, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich in Apotheken einen digitalen Impfnachweis abholen. Die Apothekerverbände wiesen allerdings darauf hin, dass die Zahl der teilnehmenden Apotheken in den ersten Tagen aus technischen und organisatorischen Gründen noch begrenzt sei und bitten um Geduld. Die Website mein-apothekenmanager.de soll anzeigen, welche Apotheke vor Ort den digitalen Impfpass anbietet.

Künftig soll es den QR-Code in der Regel mit dem zweiten Impfgang im Impfzentrum oder beim Arzt geben. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung betonte, es werde aus technischen Gründen nicht sofort einen flächendeckenden Start in den Praxen geben.

Impfnachweise auch per Post

Das Land Hessen teil mit, dass der Start für digitale Impfnachweise für Impflinge in den Impfzentren aktuell geplant ist. Sobald der digitale Nachweis in den Ablauf in den Impfzentren standardisiert eingebunden sei, bestehe die Möglichkeit auch bereits Geimpften, den QR- Code zum Einscannen in der App postalisch zu zusenden. Nicht möglich sei aber, dass in den Impfzentren den bereits geimpften Personen nachträglich der digitale Impfnachweis ausgestellt wird. Dafür gebe es nicht ausreichend Kapazitäten.

Lockerungen für Geimpfte

Hessen lockert die Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte Menschen deutlich.

Ein vollständiger Impfschutz liegt vor, wenn seit der Gabe der zweiten Impfdosis mehr als 14 Tage vergangen sind. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Impfung aus. Wer bereits eine Infektion durchgemacht und dadurch eine Immunität aufgebaut hat, reicht nach der Empfehlung der Sändigen Impfkommission nach 6 Monaten eine Auffrischung mit einer einzigen Impfung.

Auch für genesene Personen gibt es dieselben Erleichterungen. Diese gelten, wenn die Infektion mit dem Coronavirus mindestens 28 Tage  und maximal 6 Monate zurückliegt.

Dem RKI zufolge ist das Risiko einer Übertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden und sich mit dem Coronavirus infizieren geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.

Welche Erleichterungen kann ich als vollständig geimpfte oder genesene Person in Anspruch nehmen?

  • Die Kontaktbeschränkungen und Personenbegrenzungen gelten nicht für eine Zusammenkunft, an der ausschließlich geimpfte Personen oder genesene Personen teilnehmen. Das gilt auch für die Regelung der Bundesnotbremse für private Zusammenkünfte
  • Bei einer Zusammenkunft, an der andere als geimpfte oder genesene Personen teilnehmen, gelten geimpfte Personen und genesene Personen nicht als weitere Person
  • Die Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr in Landkreisen und kreisfreien Städte, die unter die Bundesnotbremse fallen, gilt nicht für geimpfte Personen und genesene Personen
  • Die Beschränkung im Sport gelten nicht für geimpfte Personen und genesene Personen
  • Wenn ein Negativnachweis beim Zutritt von Einrichtungen oder im Sportbereich gefordert wird, dann gilt dies nicht Geimpfte und Genesene
  • Ausnahmen von der Testpflicht für den Präsenzunterricht an den Schulen und für Personal in Gesundheitseinrichtungen
  • Ausnahmen von der Maskenpflicht bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen im Zimmer der besuchten Person.
  • Ausnahmen von der Einreisequarantäne und der Haushaltsquarantäne nach der Corona-Quarantäneverordnung
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