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Bürgerinitiativen unzufrieden: "Bahn ist zu laut"

Bürgerintiativen unzufrieden: - Im Rheintal ist noch zu viel Bahnlärm

Laute Güterwaggons im Rheintal sollten ab Dezember eigentlich Geschichte sein - ein Versprechen, das aber laut der Bürgerinitiativen nicht eingelöst wurde.

Die Bürgerinitiative "Bahnlärm Mittelrhein" kritisiert auch Bundesverkehrsminister Scheuer.  Der CSU Politiker hat die Strafen bei Verstößen um ein Jahr verschoben. Für besonders laute Güterwaggons wären eigentlich ab Mitte Dezember bis zu 50.000 Euro Strafe fällig gewesen.

Kaputte Laufräder machen Lärm

Fast alle 183.000 Güterwaggons, die in Deutschland unterwegs sind, wurden umgerüstet. Die Waggons wurden mit Flüsterbremsen ausgestattet. Die Bremssohlen schonen die Laufräder. Wenn die Laufräder kaputt beziehungsweise uneben sind, erzeugen sie am Ende eine laute Geräuschkulisse.

Veraltete Waggons rattern über die Schienen

Die Bürgerinitiative vermutet aber, dass immer noch tausende veraltete Waggons über das Schienennetz rattern. Vielfach kämen sie aus dem Ausland. Auch seien die Waggons trotz Flüsterbremsen oft alt und klapprig, die Schienen seien stark belastet, auf den Schienen seien viele "Stöße" und" lärmfördernde Weichen".   

Hessische Landesamt für Umwelt sieht kaum Veränderung

Das hessische Landesumweltamt gibt den Bürgerinitiativen Recht. Das Lärmniveau sei noch viel zu hoch, und manche Güter-Züge seien lauter als ein Presslufthammer.  In der Messstation in Assmannshausen wurden in den vergangenen Monaten Spitzenwerte von 108 Dezibel aufgezeichnet.

Waren weniger Güterzüge unterwegs?

Zwar sei die Lärmmittelwert über das ganze Jahr betrachtet etwa um vier Dezibel gesunken. Aber das könnte daran liegen, dass 2020 weniger Güterzüge durch Rheintal rollten, so das Umweltamt auf FFH Nachfrage.  

Pandemie bremst den Güterverkehr aus

Der Grund dafür könnte sein, dass die Pandemie den internationalen Güterverkehr im Rheintal ausgebremst hat, mutmaßt Willi Pusch, Vorsitzender der "Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn" im FFH Gespräch. Auch habe das Bahnunglück von Lahnstein zu einer wochenlangen rechtsrheinischen Streckensperrung geführt.

FFH-Reporter Konrad Neuhaus an der Bahnstrecke

FFH-Reporter Konrad Neuhaus spricht an der Bahnstrecke in Oestrich Winkel mit Rosi Schneider von der Bürgerinitiative "Bahnlärm Mittelrhein"

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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