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Hitzige Debatte um Impftstoff-Freigabe

Debatte um Impftstoff-Freigabe - SPD-Abgeordneter Bullmann ist dafür

© dpa

Biontech-Impfstoff Produktion in Marburg

Soll jedes Land Impfstoff produzieren dürfen, ohne Gebühren an Biontech und Co. zu bezahlen? Die USA machen sich dafür stark, sie wollen die ärmeren Länder bei der Bekämpfung der Pandemie unterstützen. Auch in Hessen mehren sich die Stimmen, die die Impfstoffproduktion freigeben wollen, trotz Proteste der Pharmaindustrie.

Der hessischen SPD Europabgeordnete Udo Bullman hatte sich sie schon sehr früh dafür ausgesprochen: Das sei ein entscheidender Schritt zur fairen Verteilung von Impfstoff, auch für ärmere Länder. 160 Länder müssten sich in dem Fall abstimmen. Laut der Linken in Hessen sei der Anfang aber längst gemacht. Mehr als 100 Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation WTO stünden hinter der Forderung.

Biontech-Gründer skeptisch

Der Gründer der Mainzer Impfstoff Firma Biontech, Ugur Sahin, hatte sich noch in der vergangenen Woche skeptisch geäußert. Die Impfstoffherstellung sei kompliziert und die Qualität müsse sichergestellt sein.

Nicht am Patenrecht rütteln

Kritik kommt auch vom VCI-Hessen, der auch die hessische Pharmaindustrie vertritt. Das Rütteln am Patenrecht würde Innovationen hemmen, gibt der Hessische Verband Chemischer Industrie zu bedenken. Der Aufbau einer Produktion würde auch viel zu lange dauern, so der Verband chemischer Industrie VCI im Gespräch mit FFH. Der Biontech-Impfstoff wird unter anderem im mittelhessischen Marburg produziert.

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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