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Corona: Luca-App vielerorts ein "Mega-Flop"

FFH-Recherche zeigt - Luca-App in Hessen vielerorts ein "Flop"

© dpa

Symbolbild

Die hessischen Gesundheitsämter haben die Luca-App gar nicht oder nur in ganz wenigen Einzelfällen zur Kontakt-Nachverfolgung genutzt. Das zeigen FFH-Recherchen.

Über zwei Millionen Euro hat Hessen für die Luca-App-Lizenz bezahlt. Die App sollte Corona-Kontaktpersonen schnell warnen. Datenschützer hatten von Anfang an Bedenken gegen "Luca". Hessens FDP-Digitalexperte Oliver Stierböck sagt im FFH-Interview: "Das ist ein Mega-Flop. Es wird nur Datenmüll produziert. Die Gesundheitsämter sind mit den Daten völlig überfordert. Es wäre sinnvoller, die Corona-Warn-App zu nutzen, die selbst mögliche Erkrankte vor einem gefährlichen Kontakt warnt."

In acht Kreisen kaum Kontaktnachverfolgungen

Neben der Sicherheit hat "Luca" vor allem ein Problem: Die Gesundheitsämter haben die Datenflut offenbar kaum überschaut und fast gar nicht genutzt. Unsere Recherchen zeigen: In mindestens acht Kreisen und Städten gab es bei den Gesundheitsämtern gar keine oder maximal ein bis zwei Kontaktnachverfolgungen durch "Luca". Die Antworten sind oft sehr eindeutig: So sagt der Werra-Meißner-Kreis: "Die Luca-App hat bei der Kontakt-Nachverfolgung keinen Nutzen", in Fulda heißt es: "Die Luca-App hat praktisch keine Rolle gespielt".

Klose: App sinnvoller als Zettel und Stift

Trotzdem sagte uns Hessens Gesundheitsminister Kai Klose, die App sei sinnvoller als Zettel und Stift. Warum sie aber fast gar nicht zum Einsatz kam, konnte er uns nicht sagen. Gerion Haumann vom Hotel- und Gaststättenverband in Mainz nennt "Luca" ein "Millionengrab verschwundener Steuergelder". 

Stierböck: Ein Mega-Flop

FDP-Digitalexperte Stierböck zu FFH: "Das ist ein Mega-Flop. Das bringt nichts. Es wird nur Datenmüll produziert."

Das ist ein mega Flop und das bringt ja nichts. Es wird ja nur Daten Müll produziert. Die Gesundheitsämter sind mit den vielen Daten, die der produziert werden, völlig überfordert. Und es wäre sinnvoller, die Corona waren App zu nutzen. Die selbst mögliche Betroffene möglicher erkrankte vor einem gefährlichen Kontakt warnt, dass es, glaube ich, die bessere Art und Weise des Vorgehens

Klose: Durchaus Kontaktnachverfolgung in Hessen

Sozialminister Kai Klose zu FFH: "Vielleicht gab es keinen relevanten Ausbruch. Der Anbieter sagt uns, dass in Hessen durchaus Kontaktnachverfolgungen über Luca stattgefunden haben."

Vielleicht war es in den Kreisen so, dass es keinen relevanten Ausbruch gab in einer Institution, bei der die Daten über Luca erfasst worden sind. Es ja niemand gezwungen, sie zu nutzen und Sam, dass das dann der Grund ist. Der Anbieter sagt uns ja, das in Hessen durchaus auch Kontakt nach Verfolgung und Erfassung über Luka stattgefunden haben.

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