Nachrichten > Wiesbaden/Mainz, Top-Meldungen >

Hessen bietet Auswertung der "Pandora Papers" an

Geldwäsche und Steuerbetrug - Hessen will "Pandora Papers" auswerten

© dpa

Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) bietet die zentrale Auswertung der "Pandora Papers" an. "Wir haben die Kompetenz und den festen Willen, für mehr Steuergerechtigkeit zu sorgen", erklärte Boddenberg am Montag in Wiesbaden.

"Sollten wir die "Pandora Papers" bekommen, werten wir diese mit aller Professionalität aus und versorgen Behörden weltweit mit Informationen, wie wir das bereits bei den "Panama Papers" und weiteren Leaks erfolgreich getan haben."

Hessen hatte bereits "Panama Papers" ausgewertet

Die hessische Steuerverwaltung hatte zusammen mit dem Bundeskriminalamt in Deutschland die Auswertung der "Panama Papers" federführend für die Steuerverwaltungen der anderen Bundesländer übernommen. Bei den "Panama Papers" geht es um Dokumente über Finanzgeschäfte von Privatpersonen oder Unternehmen über Briefkastenfirmen in Steueroasen.

Fast 40 Millionen Euro Steuereinnahmen erzielt 

Darunter befinden sich auch Politiker, Prominente und Konzerne. Durch die Auswertung der "Panama Papers" konnten bundesweit über 38,4 Millionen Euro an Steuermehreinnahmen erzielt werden. Erneut könnten nun zahlreiche Politiker und andere Prominente in aller Welt nach der Veröffentlichung brisanter Dokumente unter dem Namen "Pandora Papers" über ihr Finanzgebaren unter Druck geraten.

Etliche Spitzenpolitiker sollen involviert sein

Allein 35 amtierende und frühere Staatslenker sowie mehr als 330 andere Politiker aus fast 100 Ländern sowie weitere bekannte Persönlichkeiten sollen nach Angaben eines internationalen Konsortiums investigativer Journalisten Vermögen "mithilfe von intransparenten Trusts, Stiftungen und Briefkastenfirmen" angelegt haben.

Das berichteten am Sonntagabend "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR, die nach eigenen Angaben an der Auswertung des Datenlecks mitgewirkt hatten.

Steuerliche Werthaltigkeit der "Pandora Papers" noch ungewiss

Wie werthaltig die "Pandora Papers" aus steuerlicher Sicht sind, lasse sich aus den bisherigen Veröffentlichungen nicht beurteilen, erklärte der Finanzminister. Die Experten in Hessen ständen bereit, das Leak im Sinne der Steuergerechtigkeit fachlich auszuwerten. "Wenn die 'Pandora Papers' Hinweise auf Steuerkriminalität enthalten, werden wir diese konsequent verfolgen."

nach oben