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Papier-Fabrik setzt auf grünen Wasserstoff

Papierfabrik in Mainz-Kostheim - Hersteller setzt auf grünen Wasserstoff

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Symbolbild

Statt mit Erdgas soll ab jetzt Wasserstoff die Produktion anheizen – die Papierfabrik von Hersteller Essity in Mainz-Kostheim startet ab heute ein Pilotprojekt mit „grünem“ Wasserstoff. Partner sind die Hessische Landesenergie-Agentur (LEA) und die Stadtwerke Mainz AG.

Tausende Rollen Papier jeden Tag, insgesamt 140.000 Tonnen in einem Jahr – in der Papierfabrik des schwedischen Herstellers Essity in Mainz-Kostheim laufen die Bänder pausenlos. Dabei spielte Erdgas bei der Herstellung des Hygienepapiers bisher eine wichtige Rolle. Der Energieträger wird vor allem beim Trocknungsprozess eingesetzt. Das soll sich zukünftig ändern. Der Hersteller startet gemeinsam mit der Hessischen Landesenergie-Agentur und den Stadtwerken Mainz ein Pilotprojekt zur Verwendung von grünem Wasserstoff. Dieser soll das klimaschädliche Erdgas nach und nach ersetzen.  

Pilotprojekt Teil Europäischen Förderung

Ein einmaliges Projekt in der Papierindustrie, für das das Unternehmen insgesamt vier Millionen Euro investiert. Dazu wird bis zum Herbst 2022 eine Papiermaschine so umgerüstet, dass die Brenner der Trocknungseinheit mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden können. Die Mainzer Stadtwerke AG hat dafür bereits auf dem Fabrik-Gelände eine mobile Wasserstoffmischanlage errichtet. Das Land Hessen fördert das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Grüner Wasserstoff aus der Nachbarschaft 

Thorsten Becherer, Essity-Werkleiter sagt: „Wir werden weltweit die Ersten sein, die in der Hygienepapierherstellung grünen Wasserstoff einsetzen. Damit beweisen wir, dass wir die hohe Qualität unserer Produkte auch mit Wasserstoff und somit nachhaltig erzielen können. Es wird uns gelingen, eine Hygienepapier-Maschine mit Hilfe von grünem Wasserstoff nicht nur CO2-neutral, sondern CO2-frei zu betreiben“. Das der Wasserstoff auch wirklich „grün“ produziert wird, dafür sorgen die Mainzer Stadtwerke, die seit 2015 den Energiepark Mainz betreibt. Wasserstoff wird hier mithilfe von Windenergie hergestellt.

Robin Eisenmann

Reporter
Robin Eisenmann

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