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Hessische Stimmen zu 16 Jahren Kanzlerin Merkel

Ära Merkel endet nach 16 Jahren - Hessische Weggefährten über die Kanzlerin

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Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier.

Eine große politische Ära geht zu Ende: Die Bundeswehr hat sich mit einem Großen Zapfenstreich von der geschäftsführenden Kanzlerin verabschoedet. 16 Jahre Angela Merkel – wir sprechen mit hessischen Weggefährten der Bundeskanzlerin.

Der Große Zapfenstreich gilt als die höchste Würdigung, welche die deutschen Streitkräfte einer Zivilperson zuteil werden lassen können. Als musikalische Einlage hatte Merkel für ihren Abschied unter anderem den Titel "Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef ausgesucht. Neben dem Kirchenlied "Großer Gott, wir loben Dich" spielte das Stabsmusikkorps der Bundeswehr auch den Song "Du hast den Farbfilm vergessen", mit dem die Punk-Sängerin Nina Hagen 1974 in der DDR einen Hit landete.

Auch Hessens Ministerpräsident Bouffier war beim Zapfenstreich dabei. Er betrachtet die Amtszeit von Merkel rückblickend mit gemischten Gefühlen.

16 Jahre im Dauereinsatz

Lobend erwähnt Bouffier Merkels unermüdlichen Einsatz über diese lange Zeit: „Das ist ein Job, der zehrt, der rund um die Uhr Dauereinsatz verlangt, Konzentration und Leidenschaft“, so Bouffier. „16 Jahre in dem Job, das ist eine grandiose Leistung!“

Das schätzt auch Hessens Ex-Ministerpräsident, Roland Koch: „Angela Merkel ist eine extrem sorgfältige Arbeiterin. Sie ist jemand, die mit klaren Prinzipien in der Politik arbeitet. Und wer 16 Jahre Regierungschef eines so komplizierten Landes wie Deutschland bleiben konnte, hat offensichtlich eine große Erfolgsbilanz.“

Zum Nachhören: Volker Bouffier im FFH-Interview

Bouffier: Merkel hat ihren Abschied selbst gewählt

Es gibt nicht nur die Politikerin und Naturwissenschaftlerin Angela Merkel, sondern auch den leidenschaftlichen Fußball-Fan Merkel, erzählt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier

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Finanzkrise war prägend

Als nachhaltigsten Erlebnis mit der Kanzlerin sieht Es-Ministerpräsident Roland Koch „die langen Stunden und Nächte der Finanzkrise zwischen 2007 und 2009.“ Rund um die Uhr sei gearbeitet worden und da sei es zu Situationen gekommen, „in denen Angela Merkel gesagt hat: ´Ich kann gar nicht mehr zuhören. Es ist jetzt zwei Uhr nachts. Wir treffen uns um sechs Uhr wieder und machen weiter´“, schildert Koch die Zusammenarbeit. Für ihn seien dabei vor allem menschliche Komponenten sichtbar geworden „wie man in schwierigen Zeiten, in denen man eng zusammenarbeiten muss, miteinander umgehen kann“, so Koch weiter.

Bouffier: Atomausstieg war überhastet

Auch aus Sicht von Hessens Ministerpräsident Bouffier hat Merkel die Finanzkrise gut gemanagt. Aber nicht jede ihrer Entscheidungen sei richtig gewesen. Etwa beim Atomausstieg würde man heute anders entscheiden, so Bouffier: Erst der Kohlausstieg, dann der Ausstieg aus der Atomkraft.

Merkel hat ihren Abschied selbst bestimmt

Beeindruckend findet Bouffier, dass Merkel nach 16 Jahren weder abgewählt, noch von der eigenen Partei gestürzt worden sei. „Hier endet eine Amtszeit, die sie selbst beendet hat“, sagt Bouffier.

Auch FFH verabschiedet sich

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Koch sieht sich als Merkels Wegbereiter

Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch wäre damals selbst Kanzler geworden. Jetzt sagt er mit einem Lächeln, dass er auch seinen Anteil an Merkels Amtszeit habe: „Wenn ich nicht 2002 mit dafür gesorgt hätte, dass sie nicht Kanzlerkandidat geworden ist - wäre sie im Jahre 2005 auch nicht Kanzler geworden und hätte es dann nicht 16 Jahre sein können“, so Koch.

Merkel als Problemlöserin

Der gebürtige Frankfurter Peter Tauber war in der Ära Merkel fünf Jahre Generalsekretär der CDU. Er schätzt ihre Stärke, dass sie nicht nur neugierig ist, sondern dass sie Freude daran hat, Probleme zu lösen, so Tauber. „Und bei Angela Merkel hat man oft den Eindruck gehabt: Wenn ein Problem gelöst ist, dann sagt sie: Ok, was machen wir jetzt? Was ist das nächste Problem, worum muss ich mich kümmern?“

Zum Nachhören: Mehr Stimmen aus Hessen

Koch: Ich war nicht immer auf Merkels Seite

Merkel hat vieles richtig gemacht, aber nicht mit allem war er einverstanden - so bilanziert es der ehemalige Ministerpräsident von Hessen, Roland Koch. Eine große Gemeinsamkeit gebe es aber: gutes Essen und Rotwein

Angela Merkel ist eine extreme Memme. Sorgfältige Arbeiterinnen melde Sie Schirmann, die mit klaren Prinzipien in der Politik gearbeitet und war sechszehn Jahre Regierungschef vererben. Eine so doch komplizierten Landes wie Deutschland Der bleiben konnte, hat offensichtlich eine große Erfolgsbilanz. Sechszehn Jahre sind Licht und Schatten und nicht das eine oder das andere. Aber ich glaube, den deutschen Journalisten sechszehn ja nicht schlecht gegangen. Ich war auch nicht immer auf ihrer Seite.

Ich sage allerdings auch etwas lächelnd und Angela Merkel.

Ich teilen diese Meinung, glaube ich. Auch wenn ich nicht zwei Tausend zwei mit dafür gesorgt hätte, dass sie nicht Kanzlerkandidat geworden ist, wäre sie im Jahre zwei Tausend fünf auch nicht Kanzlerin geworden. Und hätte es da nicht Cecil Jahre sein können? Das zeigt ein bisschen politische auseinander. Diese Zonen Mehrheits Findorff, Herausbildung von Führungs Mannschaften. Das ist keine Frage von einem même Reißbrett und einfach so oder so entscheiden. Das entwickelt sich unersetzliche waren durch und Angela Merkel hat sich durchgesetzt. Anna Makel mag durchaus auch guten Wein Wirsing beim Rotwein.

Nicht an allen Stellen regional hundertprozentig. Einer Meinung Ich hatte immer ein bisschen die Herausforderungen. Ja auch die Qualität der deutschen Rotweine nahezubringen. Wären sie da doch er südlich der Alpen zu Hause, ist aber ab Sie kann nicht nur gut kochen, sondern aus. Übersteht auch ziemlich viel von Essen und Trinken unter. Da das auch mein Hobby ist, gabs immer eine Chance, über andere Dinge zu reden, als nur über die Politik

Tauber: Merkel hat Freude daran, Probleme zu lösen

Kaum ist ein Problem erledigt, geht sie schon das nächste an - so beschreibt EX-CDU-Generalsekretär Peter Tauber Angela Merkel

Als Politikerin würde ich sagen, ihre Stärke ist, dass sie nicht nur neugierig ist, sondern dass sie Freude daran hat, Probleme zu lösen.

Ich muss ganz ehrlich gestehen, wenn ich ein Problem habe, habt des Glöß, bin ich froh und dann ist schön.

Wenn erst mal 'n, bisschen Ruhe es Angela. Merkel hat man oft den Eindruck gehabt. Wenn Problem gelöst es dann sacht Hioki und was Neues. Was das nächste Problem Wo muss ich mich kümmern.

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Angela Merkel mag guten Wein - hier stößt sie 2007 mit ihrem Amtsvorgänger Gerhard Schröder an.

Opern- und Fußballfan

Ob Bouffier, Koch oder Tauber – alle heben Merkels Faszination für Wissenschaften hervor. Bouffier erzählt aber auch, dass Merkel gerne wandert, die Oper und den Fußball liebe. Leidenschaftlich und lustig könne Merkel sein, sagt Bouffier: „Die kann mächtig aus sich raus gehen, die kann Witze erzählen!“

Mehr Zeit für ihre Hobbys

Was die drei ehemaligen Weggefährten Merkel wünschen ist: Dass sie jetzt Zeit für ihre Hobbys hat. Dazu gehört laut Roland Koch auch Essen und Trinken. Merkel könne gut kochen – nur bei der Getränkeauswahl gibt es offenbar Differenzen: „Wir sind beim Rotwein nicht an allen Stellen regional hundertprozentig einer Meinung. Ich hatte immer ein bisschen die Herausforderung ihr auch die Qualität der Deutschen Rotweine näherzubringen. Sie ist da doch eher südlich der Alpen Zuhause“, sagt Koch. Das versucht auch Bouffier zu ändern. Er schenkt Merkel gerne Weine aus dem Rheingau.

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