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Exotenalarm im Tierheim - Energiekrise macht die private Haltung teuer

Die Tierheime schlagen Alarm - Zu viele Schlangen, Schildkröten, Geckos

In den Tierheimen werden immer mehr exotische Tiere abgegeben. Auch eine Folge von Energiekriese und Inflation, wie eine FFH-Nachfrage in Mainz zeigt. 

"Es gibt eine starke Zunahme an abgegebenen Reptilien sowie exotischen Fundtieren", heißt es etwa vom Tierheim in Mainz. Hier ist man am Rande der Aufnahmekapazität angelangt. Die Exoten müssten vielfach schon an andere Tierheime und Auffangstationen abgegeben werden. 

Kein Geld mehr für aufwendige Haltung

Angesichts der Energiekrise hätten viele Tierbesitzer für die aufwendige Haltung der Exoten kein Geld mehr, erklärt Rebecca May vom Tierheim/Mainz. Nicht nur hohe Kosten, sondern auch ein Mangel an Zeit für die Pflege der Exoten kann zum Problem werden.  "Viele Menschen haben sich während der Pandemie Tiere zugelegt, für die nun die Zeit fehlt", so May.

Auswirkungen der Energiekrise auf Tierheim Mainz

Bei einigen Reptilien sei eine Temperatur im Terrarium von bis zu 45 Grad Celsius notwendig, um ein Überleben der Tiere zu sichern. Das geht dann richtig ins Geld. Auch die Tierheime stöhnen unter den Energiekosten. Im Tierheim/Mainz gingen hohe Nachzahlungen für den verbrauchten Strom ein.

Haltungskosten einer Echse beträchtlich 

Bei der Tierhaltung von Reptilien seien die Heizkosten für die Terrarien der höchste Kostenfaktor in der Haltung. Mit zusätzlichen Kosten für Futter, Tierarztbesuche und den Betrieb von Tagesleuchten und anderem elektronischen Gerät fielen bei einer Echse schnell Kosten zwischen 500 und 800 Euro im Jahr an.

Halter im Dilemma

Nach Ansicht von ProWildlife-Vertreterin Katharina Lameter wird durch die Energiekrise ein Problem verstärkt, das schon länger existiert: V0iele exotische Tiere würden nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten. Nun sei man in einem Dilemma, denn zuhause könnten viele Menschen die Standards für eine artgerechte Tierhaltung nicht einhalten, die Tierheime seien aber oft schon überfüllt. 

Tierschutzorganisation fordert "Positivliste"

ProWildlife sehe das Versäumnis aufseiten der Politik. Die Tierschutzorganisation fordere bereits seit einiger Zeit eine sogenannte Positivliste für Deutschland. "Eine Positivliste würde vorgeben, welche Tierarten sich als Haustiere eignen und weiter gehandelt und gehalten werden dürfen", sagt Lameter. Außerdem sollten Tierhalter vor der Anschaffung ihrer Tiere nötige Fachkenntnisse nachweisen müssen. 

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