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Bagger stehen still nach Massengrab-Fund in Mainz

Nach Massengrab-Fund in Mainz - Bagger stehen erstmal still

© dpa

Mainz: In einer Grube liegen offen und abgedeckt menschliche Knochen, die von Bauarbeitern entdeckt wurden. Das Massengrab stammt aus dem 19. Jahrhundert. 

Nach dem Skelettfund in Mainzer Stadtteil Hartenberg-Münchfeld wird hier vorerst nicht mehr weitergebaut. Ein Schiesstand sollte dort entstehen. Die Bauarbeiter stießen beim Graben aber auf alte Knochen. Es handele sich vermutlich um über tausend Skelette, sagte Jens Dolata, Archäologe bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. 

Skelette wohl über 200 Jahre alt

Die Toten sind laut Dolata in mehreren Reihen würdevoll bestattet worden. Nun soll nach einer Lösung gesucht werden. Um die Totenruhe nicht weiter zu stören, müssten möglichst alle Knochen im Boden bleiben, sagte Dolata. "Alle Skelette umzubetten, ist eigentlich nicht möglich." Erste Untersuchungen der Mainzer Archäologen weisen darauf hin, dass es sich bei den entdeckten Verstorbenen um französische und deutsche Soldaten handeln könnte. Sie waren wohl vor über 200 Jahren an einer Typhus-Epidemie gestorben. Mainz war damals von französischen Soldaten besetzt.

Donna Schwarz

Reporter:
Donna Schwarz

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