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Personalnotstand beim hessischen ÖPNV

Zum Fahrplanwechsel in Hessen: - Noch immer Personalmangel beim ÖPNV

Die Fahrpläne in Hessen sind seit gestern umgestellt. Für den Berufsverkehr hat der RMV mehr Züge und S-Bahnen denn je auf die Schiene gesetzt, das verschärft aber ein Problem: Bei Hessens Verkehrsunternehmen herrscht chronischer Personalnotstand.

Krankheit und Urlaub werden sofort zum Problem

Der Arbeitsmarkt ist leergefegt, so der nordhessischen Verkehrsverbund. Bei Cantus sind 68 Zugführer angestellt, 75 bräuchte man aber. Bei der Hessischen Landesbahn werden Krankheitsausfälle und Urlaubszeiten sofort zum Problem, und das auch bei der Kurhessenbahn. Überall das Gleiche: Lokführer gesucht. Die Sitten in den Verkehrsunternehmen werden bei der Personalsuche rauer. Für Lokführer werden Abwerbe-Prämien von bis 10.000 Euro bezahlt, so RMV-Chef Knut Ringat zu FFH. 

Immer Menschen nutzen den ÖPNV

Die Gründe hinter dem Fachkräftemangel seien vielfältig: Zu wenig Nachwuchskräfte, eine hohe Fluktuation und hohe Krankenstände sorgen laut Ringat dafür, dass die Personaldecke dünn ist. Gleichzeitig wächst der ÖPNV in ganz Deutschland: Immer mehr Menschen nutzten Busse und Bahnen. Der RMV reagiert darauf mit zusätzlichen Verbindungen und engeren Taktungen.

Lokführer werden immer älter 

Der demografische Wandel verschärft die Lage: Nach einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind fast 40 Prozent der Beschäftigten in Verkehrsunternehmen älter als 50 Jahre und gehen damit in kommenden 15 Jahren in den Ruhestand.

Konrad Neuhaus

Reporter:
Konrad Neuhaus

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