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Rotorblatt von Windrad stürzt auf Feld

53 Meter langer Windrad-Flügel - Rotorblatt von Windrad stürzt auf Feld

Ein Rotorblatt eines Windrades ist bei Gau-Bickelheim (Kreis Alzey-Worms) abgebrochen und auf ein Feld gestürzt. Der TÜV-Verband warnt mittlerweile vor "tickenden Zeitbomben".

Unklar ist, wieso das tonnenschwere Rotorblatt abbrechen konnte

Bisher ist nicht bekannt, wieso das rund 53 Meter lange und etwa zehn Tonnen schwere Rotorblatt abgebrochen ist. Es stürzte dann fast 150 Meter tief zu Boden. Angeblich war der starke Wind nicht die Ursache. Verletzt wurde niemand. Das Windrad steht auf einem Feld zwischen Gau-Bickelheim und Wallertheim. Betreiber des Windrads ist die Firma Juwi in Wörrstadt. Wie hoch der Schaden ist, ist noch unklar. Aus Sicherheitsgründen wurden alle 16 baugleichen Windräder im Windpark Gau-Bickelheim vorläufig abgeschaltet.

Gutachter untersucht die Unfallursache - alle 16 Anlagen stehen vorerst still

Ein Gutachter untersucht jetzt die Unfallursache. Die anderen Anlagen im Windpark Gau-Bickelheim werden ebenfalls überprüft und in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde erst wieder in Betrieb genommen, sofern eine Unfallgefahr ausgeschlossen werden kann. Der Windpark Gau-Bickelheim besteht aus 16 Anlagen, die 2012 errichtet wurden. Jede Anlage hat eine Generatorleistung von 2,4 Megawatt, die Nabenhöhe beträgt 145 Meter, der Rotordurchmesser 109 Meter. Die Anlagen gehören verschiedenen Eigentümern, die Betriebsführung der Anlagen hat die juwi Operations & Management GmbH übernommen. 

TÜV bezeichnet vor allem ältere Anlagen als "tickende Zeitbomben"

Erst kürzlich hat der TÜV Windkraftanlagen als "tickende Zeitbomben" bezeichnet. Es fehlten bundesweit einheitliche Kontrollstandards. Der Verband forderte, Windräder müssten im zweijährigen Turnus kontrolliert werden. Alt-Anlagen, die vor 2004 errichtet wurden, müssten aber nicht regelmäßig überprüft werden - das betreffe deutschlandweit rund 15.000 Windräder.

Pro Jahr kommt es rund 50 gravierenden Schäden an Windradanlagen

Nach Berechnungen des TÜV-Verbandes kommt es zu rund 50 gravierenden Schäden an Windenergieanlagen pro Jahr in Deutschland. Der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler, sagte: "Unfälle wie abknickende Türme, berstende Rotorblätter oder Brände nach Blitzschlag sind ein Sicherheitsrisiko für Menschen und Umwelt, zumal Windparks immer näher an Straßen und Siedlungen heranrücken."

Peter Hartmann

Reporter:
Peter Hartmann

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