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Kritik an Hessens Hygienepranger wächst

Mangelnde Details - Kritik an Hessens Hygienepranger wächst

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Symbolbild

Die Veröffentlichung von Hygienemängeln in hessischen Restaurants, Gaststätten und Cafés auf einer Internet-Plattform des Landes stößt auf Kritik. Sowohl dem Gaststättenverband Dehoga als auch Verbraucherschützern sind die veröffentlichten Informationen nicht aussagekräftig genug. Seit dieser Woche werden im Internet die Namen von Betrieben bekanntgegeben, bei denen Lebensmittelkontrolleure erhebliche Mängel gefunden haben. Erste Einträge sind bereits zu finden.

Kritik: Keine Details zu Mängeln

Details zu den Mängeln lassen sich aber nicht einsehen. Die Verbraucherzentrale Hessen etwa monierte: "Es wird immer nur die gleiche Formulierung genutzt, dabei möchte der Verbraucher doch wissen, was genau bemängelt wurde." "Waren die Lebensmittel verunreinigt, bestand der auf der Karte angegebene Büffelmozzarella aus Kuhmilch oder wurden Formalien nicht erledigt?", zählt sie Beispiele auf. Zudem sollten auch die Namen von Restaurants veröffentlicht werden, bei denen geringe Mängel festgestellt worden seien. Die Grenze liegt derzeit bei Verstößen, die mit einem Bußgeld von mindestens 350 Euro geahndet werden können.

Dehoga: Bußgeldgrenze zu niedrig

Der Gaststättenverband Dehoga sieht die Sache teils ähnlich, auch er moniert die wenig aussagekräftigen Formulierungen bei den Veröffentlichungen. "Das ermöglicht den Verbrauchern keine Transparenz. Es bleibt ein fader Beigeschmack und nur das Wissen, dass irgendwas nicht stimmt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Julius Wagner, in Wiesbaden. Die Bußgeldgrenze, ab der die Namen der Betriebe veröffentlicht wird, hält er allerdings für viel zu niedrig. Erst ab einem möglichen Bußgeld von 1000 Euro sei dies sinnvoll, meint er. "Dann wären wir in relevanteren Bereichen." 

Einstellen von Verstößen ist freiwillig

Die Daten sollen ein halbes Jahr lang online bleiben und von den Landkreisen eingegeben werden. Dies ist allerdings freiwillig. Zwar mussten die Kreise bereits in der Vergangenheit die Verstöße veröffentlichen. Wie und wo sie dies tun, bleibt den Verwaltungen jedoch auch künftig selbst überlassen. Zumindest in den ersten Tagen des Bestehens der Internet-Plattform des Landes waren dort nur Verstöße aus Wiesbaden eingestellt worden.

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