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300 Anrufe wegen Angst vor Pilzvergiftung

Vergiftung nach Pilze-Essen? - Schon 300 Anrufe bei Gift-Notruf in Mainz

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"Pilze suchen ist wie Vokabeln lernen: Erst, wenn ich einen Pilz wirklich kenne, darf ich ihn sammeln."

Wegen der Trockenheit gibt es dieses Jahr bisher verhältnismäßig wenige Pilze. Trotzdem gingen beim Gift-Informationszentrum in Mainz bereits 300 Notrufe wegen Verdacht auf Pilz-Vergiftungen ein. Besonders Kinder und Laien bekamen Angst, dass sie sich nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze vergiftet haben könnten. 

Nur Pilze sammeln, die man in- und auswendig kennt

Jörn Hödtke, ehrenamtlicher Pilz-Berater der Stadt Kassel, vergleicht das Pilzesammeln mit dem Lernen von Vokabeln: "Erst, wenn ich einen Pilz in- und auswendig kenne und einwandfrei bestimmen kann, darf ich ihn sammeln." Außerdem muss auf der Pilz-Pirsch immer ein Pilz-Buch dabei sein. Wenn auch nur ein Merkmal nicht mit der Beschreibung im Buch übereinstimmt, sollte man besser die Finger von dem Sprössling lassen.

Tipps für Pilz-Rookies

Obwohl es keine allgemeinen Merkmale gibt, die giftige von nicht-giftigen Pilzen unterscheiden, gibt es laut Hödtke einen Tipp für Anfänger: Bei sogenannten Röhrenpilzen (siehe Pilz-Buch) sei die Gefahr recht klein, eine giftige Art zu erwischen. Außerdem solle man Pilze immer in einem Korb und in keinem anderen Behältnis sammeln, denn sonst würden sie direkt anfangen zu schimmeln. Damit im nächsten Jahr an der selben Stelle wieder Pilze sprießen, solle man sie außerdem nicht ausreißen, sondern den Stiel mit einem Messer abtrennen. Pilze würden sich zudem besonders in Mischwäldern wohlfühlen.

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