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Freitag: Streik der privaten Busfahrer in Hessen

Gewerkschaft streicht Ultimatum - Freitag Streiks im Busverkehr in Hessen

© dpa

Am Freitag gibt es einen weiteren Warnstreik privater Busfahrer in Hessen. Verdi wollte dem Landesverband Hessischer Omnibus-Unternehmer nach zähen Verhandlungen in Langen eigentlich ein letztes Ultimatum bis Donnerstagnachmittag setzen, doch das hat die Gewerkschaft nach FFH-Informationen verworfen.

Beginnen soll der Warnstreik am Freitagmorgen und bis in die Nacht andauern. 

"Angebot inakzeptabel"

Verdi zufolge haben die Arbeitgeber angeboten, den Stundenlohn bei einer Laufzeit von vier Jahren schrittweise von 13,50 Euro auf 15,10 Euro anzuheben. Die Gewerkschaft fordert allerdings eine sofortige Anhebung von 16,60 Euro sowie mehr Urlaubstage. Die Arbeitgeber hatten dies zuletzt als unrealistisch abgelehnt. Mehr Urlaubstage wollten sie den Angaben zufolge nicht anbieten. "Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht akzeptabel", sagte Jochen Koppel von Verdi im FFH-Interview. Der aktuelle Tarifkonflikt betrifft rund 4400 Busfahrer. 

Arbeitgeber bieten schrittweise 12 Prozent mehr Lohn an

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) will die Vergütung für Busfahrer pro Jahr um 3 Prozent erhöhen. Der LHO will mit diesem Angebot ein deutliches Signal setzen: Denn die Unternehmer seien nicht nur an einer zügigen Einigung in den Tarifverhandlungen interessiert. „Damit soll der Busfahrerberuf spürbar attraktiver gemacht werden“, erklärt Volker Tuchan, Geschäftsführer des LHO und Verhandlungsführer der Busunternehmen. Gleichwohl seien damit die finanziellen Spielräume für realistische Lohnerhöhungen ausgereizt. Diese sind begrenzt durch die bestehenden Verträge der Busunternehmer mit den öffentlichen Auftraggebern und die dort verankerte Preisfortschreibung der Lohnkosten.

Busfahrer-Streiks in ganz Hessen

In Frankfurt geht Busbetreiber TraffiQ davon aus, dass von Betriebsbeginn an nahezu alle der 64 Frankfurter Buslinien bestreikt werden. Der Ausstand wird absehbar auch die Busse des Schienenersatzverkehrs (SEV) für die Linien U3, 14 und 16 sowie des Nachtverkehrs einschließen.

Da S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen sowie Regionalzüge planmäßig verkehren, können sie im dicht „gestrickten“ Frankfurter Nahverkehrsnetz auf mehrere Alternative umsteigen. TraffiQ empfiehlt: Unbedingt vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einholen. 

Fahrplanauskunft: Ohne Busse „von Haus zu Haus“

In der Internet-Fahrplanauskunft lassen sich die Busverbindungen ausblenden, so dass nur die tatsächlich verkehrenden Linien angezeigt werden: Unter "Womit" wählt man "Optionen anzeigen" und entfernt dort die Häkchen bei "Bus" und bei "Niederflurbus". Wer Start und Ziel direkt „von Haustür zu Haustür“ (Ort, Straße und Hausnummer) eingibt, bekommt von der Fahrplanauskunft auch gleich mitgeteilt, welche Fußwege auf ihn zukommen.

Sicher verkehren während des Busfahrer-Warnstreiks diese Linien in Frankfurt:

>> alle S-Bahn-Linien (S1 – S9)

>> alle Regionalbahnlinien

>> alle U-Bahn-Linien (U1 – U9)

>> alle Straßenbahnlinien (11 – 21)

Auch in Bad Homburg und Oberursel streiken die Busfahrer, dass haben uns die Städte bestätigt. Die Stadtwerke Oberursel und die Stadt Bad Homburg werden die Bürger*innen auf ihren Websites und in den sozialen Medien über denStreik auf dem Laufenden halten.

Bus-Ausfälle auch in Nord- und Osthessen zu befürchten

In Nordhessen konnte der zuständige Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) noch keine konkreten Aussagen über die Folgen des Streiks machen. Die Auswirkungen werden möglicherweise im Großraum Kassel in den Bereiche Niestetal, Staufenberg, Lohfelden, Söhrewald, Baunatal, Schauenburg sowie im Wolfhager Land zu spüren sein, sagte eine Sprecherin auf FFH-Anfrage. Darüber hinaus könnten auch Teile im Schwalm-Eder-Kreis, sowie die Bereiche Sontra und Ringgau betroffen sein. Konkrete Angaben seien vor Beginn des Streiks aber kaum zu machen, so die Sprecherin. Die beim Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer organisierten Betriebe in Nordhessen haben aber auf unsere Anfrage alle gesagt, dass bei Ihnen nicht gestreikt werde.

In Osthessen ist die RhönEnergie für den Nahverkehr in den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und im nördlichen Main-Kinzig-Kreis zuständig. Wie viele Busse ausfallen werden, ist laut einer Sprecherin schwer zu sagen. Je nachdem, wie viele Busfahrer sich an dem Streik beteiligen, könnten auch ganze Linien ausfallen, vor allem im Stadtbereich von Fulda. Die RhönEnergie bittet ihre Fahrgäste, sich auf spürbare Einschränkungen einzustellen und sich um Alternativen zu kümmern. Morgen früh gibt es aktuelle Infos unter der Telefonnummer 0661 / 12-375.

ver.di-Sprecher Jochen Koppel am FFH-Mikro

Große Streik-Auswirkungen bereits im September

Bereits Ende September hatte es einen Warnstreik gegeben, tausende Mitarbeiter waren im Ausstand, der Busverkehr kam teilweise zum Erliegen. Betroffen waren etwa Kassel, Fulda, Gießen, Hanau, Erlensee, Maintal, Frankfurt, Oberursel, Bad Vilbel, Offenbach, Langen, Hofheim, Mainz, Darmstadt, Weiterstadt und der Main-Kinzig-Kreis.

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