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Angst vor dem Wolf: Weidetierhalter demonstrieren

Wolfs-Großdemo in Wiesbaden - Weidetierhalter fordern von Hinz Handeln

Bei Hessens Schaf- und Ziegenhaltern geht die Angst vorm Wolf um. Es gibt zwei Wölfe, die immer wieder auch in Hessen unterwegs sind. Über 30 Wolfs-Sichtungen gab es im letzten Jahr laut hessischem Naturschutzamt – 12 Nutztiere wurden gerissen. Hunderte Weidetierhalter waren deshalb heute in Wiesbaden auf die Straße gegangen.

Kein Wolfskuschelkurs mehr, fordern die Demonstranten

Mit ihrem konkreten Forderungskatalog an Landwirtschaftsministerin Hinz sagen sie: Schluss mit dem Wolfskuschelkurs. Nicht nur Schafe und Ziegen seien in Gefahr. Auch Kühe, Fohlen und Geflügel gehörten zum Beuteschema des Wolfs, so das Naturschutzamt weiter. Nach neun Jahren scheinen nämlich aktuell wieder zwei Wölfe sesshaft zu werden. Sie ziehen seit Monaten durch Nord- und Osthessen. Vom Land gibt es zwar eine sogenannte Herdenschutz-Prämie, um zum Beispiel Elektrozäune zu kaufen. Das reicht den Viehhaltern aber nicht. 

Schafhalter wünscht sich Miet-Elektrozäune

Das Land solle sie beim Schutz ihrer Tiere mehr unterstützen. Der Zuschuss für das Aufstellen eines Elektro-Schutzzauns sei ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt uns Christof Schäfer aus Nentershausen. Er ist Schafhalter. Hinz sagte jetzt auch eine Prämienerhöhung zu. Sie soll von 31 Euro pro Hektar Weideland auf bis zu 40 Euro steigen.

NABU fordert Unterstützung der Schäfer

15.000 Schafe und Ziegen sterben jedes Jahr in Hessen aus ganz anderen Gründen - da falle die Zahl der von Wölfen gerissenen Schafen gar nicht ins Gewicht, erklärt Mark Harthun vom NABU Hessen. Entscheidend für die Schäfer sei der Arbeitsaufwand, das Stellen und die Kosten von Zäunen. Und da sei es sinnvoll, dass das Land die Schäfer unterstütze.

Schafzüchter Christof Schäfer will vom Land Zäune mieten

Zwei Wölfe kurz vor Sesshaftigkeit

Nach neun Jahren könnten nach Einschätzung des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstmals wieder Wölfe in Hessen heimisch werden. Zwei Tiere kämen für die Gründung eines Wolfsterritoriums in Frage. Sie wurden im Vogelsbergkreis sowie in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner schon mehrfach nachgewiesen. 

Hunderte Nutztierhalter demonstrieren in Wiesbaden gegen Hessens Wolfs-Politik

© FFH/Schwarz
Donna Schwarz

Reporterin
Donna Schwarz

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