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Gift in der Nudelsuppe: Lebenslang für 49-Jährigen

Gift in der Nudelsuppe - 49-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis

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ARCHIV - 27.01.2020, Hessen, Wiesbaden: Ein wegen versuchte Mordes Angeklagter (M) wird von seinem Rechtsanwalt Harald Roos (r) begrüßt.

Weil er Gift in eine Nudelsuppe gemischt hat, um einen Mann zu töten, muss ein 49-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Wiesbaden verurteilte den Mann wegen versuchten Mordes. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

In seinem "letzten Wort" hatte der Angeklagte beteuert, nichts getan zu haben. Die Urteilsverkündung wurde wegen der Corona-Pandemie ausgelagert und fand in einem Saal des "Hauses der Vereine" in Wiesbaden-Dotzheim statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Opfer hatte Avancen zurückgewiesen

Der 49 Jahre alte Verurteilte soll im Februar 2019 im Rheingau in das Haus eines Ehepaares eingedrungen sein und Gift in einen Topf mit Nudelsuppe gekippt haben. Der Ehemann verfütterte die Suppe an seine Hunde, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht wurden und überlebten. Hintergrund der Tat soll sein, dass der 49-jährige Deutsche in den Ehemann verliebt war - dieser jedoch die Avancen zurückwies.

Nicht der erste Mordversuch

Der 49-Jährige war im April 2019 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er war bereits 2001 vom Landgericht Memmingen wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte laut Urteil versucht, die Eltern einer Freundin mit Arsen zu vergiften.

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