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Ministerium veröffentlicht Hygieneplan für Kitas

Kritik von Opposition - Ministerium stellt Kita-Hygieneplan vor

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Symbolbild

Mit einem zwölfseitigen Hygieneplan will Hessens Sozialministerium den Kommunen eine Richtschnur zum geplanten eingeschränkten Kita-Betrieb ab 2. Juni geben. Das teilte Minister Kai Klose (Grüne) in Wiesbaden mit. "Da bei Kindern unter sechs Jahren nicht durchgehend zu erwarten ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern untereinander gewahrt ist...sind bei der Betreuung...besondere Schutz- und Hygieneregeln zu beachten", heißt es in dem Papier.

Personalwechsel bei Erziehern vermeiden

Unter anderem sollten die Gruppen in möglichst konstanter Zusammensetzung betreut und bei den Erziehern Personalwechsel vermieden werden. Vor der Eingangstür sollte - außerhalb der Reichweite von Kindern - Desinfektionsmittel für die Hände bereit stehen. Von Spray wird abgeraten - da Sprühpartikel von den Kleinen eingeatmet werden könnten. Außerdem sollte das Bringen und Abholen so geregelt sein, dass sich möglichst wenige Menschen begegnen, erklärte das Ministerium im Hygieneplan und schlägt gestaffelte Zeiten vor. Eltern sollten die Einrichtung möglichst nicht betreten. In den Gruppen sollte mit den Kindern altersgerecht Hygiene geübt werden - etwa das richtige Händewaschen. Auf Singen sollte jedoch möglichst verzichtet werden. Wichtige Fragen zum Hygieneplan beantwortet das Ministerium hier.

Opposition: Kitas möglichst schnell wieder für alle öffnen

Die Oppositionsparteien im hessischen Landtag haben eine möglichst schnelle Wiedereröffnung der Kitas für alle Kinder gefordert. Familien bräuchten eine verlässliche Perspektive, erklärte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Lisa Gnadl, in Wiesbaden. Was ab dem 2. Juni umgesetzt werde, sei nur eine Notfallbetreuung - anders könne man das nicht nennen. Entscheidungen würden auf die kommunale Ebene geschoben. "Wir gehen diesen Schritt Hand in Hand mit den Kommunen", entgegnete Sozialminister Kai Klose (Grüne). Diese hätten vom Land diesen Gestaltungsspielraum eingefordert. Die Situation vor Ort unterscheide sich extrem, etwa weil nicht alle Fachkräfte zur Verfügung stünden. Nur so hätten Kommunen und Jugendämter ein Höchstmaß an Flexibilität.

Bouffier: Richtlinien sind nicht sinnvoll, wenn sie nicht umgesetzt werden können

Dem Vorwurf, keine Richtlinien erarbeitet zu haben, entgegnete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), es sei nicht sinnvoll, Richtlinien zu erarbeiten, die vor Ort nicht umsetzbar seien. In ihrem Antrag hatte die SPD mit einem "Sofortfonds Kinderbetreuung" eine Beitragserstattung für Kinderbetreuung in den Zeiten gefordert, in denen die Kitas wegen der Pandemie geschlossen waren. "Der Sofortfonds ist lange überfällig", sagte Volker Richter (AfD). Es sei für Eltern nicht hinnehmbar, wenn sie für eine nicht erbrachte Leistung aufkommen sollten.

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