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Viele Waldbesitzer zahlungsunfähig

Wegen kaputter Wälder - Besitzer fordern mehr finanzielle Hilfe

© dpa

Alarmruf der hessischen Waldbesitzer: Die Kahlflächen in unseren Wäldern haben dramatisch zugenommen. Die Waldbesitzer kämpfen jetzt schon im dritten Jahr gegen Stürme, Trockenheit und Schädlinge. Sie fordern jetzt mehr finanzielle Unterstützung. 

Riesige kahle Flächen

Im hessischen Ried um Mörfelden und Rüsselheim lösten sich die Wälder regelrecht auf, und nicht nur hier. Riesige Kahlflächen mit vertrockneten Fichten seien mitterweile in ganz Hessen für jeden sichtbar geworden. Das Holz sei nicht mehr zu verkaufen, die Schäden astronomisch.

Christian Raupach vom Waldbesitzerverband schildert dramatische Situation

Die Coronapandemie verschärfte die Situation zusätzlich, so die Waldbesitzer, weil der Holzexport zeitweise komplett lahmgelegt war. Vielen Waldbesitzer fehlt jetzt das Geld, um Tausende kranke Bäume zu fällen. Am Ende werde man Wälder sperren müssen, um Wanderer und Spaziergänger zu schützen. Fichten und auch Buchen drohten einfach umzufallen, ohne Vorwarnung, so ihre Warnung.  

Roland Seel, Bürgermeister von Grävenwiesbach zum Problem der Verkehrssicherungspflicht

Vielen Waldbesitzern drohe die Zahlungsunfähigeit, warnt auch der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann. Sie seien unverschuldet durch die Folgen des Klimawandels und Witterungsextreme in diese Situation geraten und kämen aus eigener Kraft nicht mehr aus der Notlage heraus. Im hessischen Komunal- und Privatwald seien nach einer Erhebung im März bereits 32.000 Hektar Wald dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Zugesagte Sofortfhilfe käme nur schleppend bei den Waldbesitzern an und die Förderung sei auch zu gering.   

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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