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Tunnel unter Autobahn und ICE-Trasse gebohrt

Erdgas für Wiesbaden - Tunnel unter Autobahn und Gleisen gebohrt

© ESWE Versorgung

Millimeterweise fraß er sich durchs Erdreich, drückte mit einem Schiebedruck von bis zu 350 Tonnen auf härtestes Gestein, zehn Meter unter zehntausenden Autos und herandonnernden ICE-Zügen hindurch: Mit einer Spezialmaschine hat ESWE Versorgung jetzt erfolgreich einen 246 Meter langen Mikrotunnel unter der Autobahn 671 und unter 14 Gleistrassen entlang gebohrt.

Um 9.11 Uhr brach der Bohrkopf mit seinen Schälmessern und Schneiderollen durch die letzten Gesteinsschichten, begleitet vom Applaus der umstehenden Zuschauer. Zentimetergenau landete das Gerät in der 12 Meter tiefen Zielgrube unweit des Bahnhofs Wiesbaden Ost. Nur drei Wochen vorher war der Bohrer in 21 Metern Tiefe am Unteren Zwerchweg/Ecke Deponiestraße gestartet. Mit Geschwindigkeiten von 8 bis 170 Millimetern pro Minute arbeitete sich die Maschine durch Kalksteinbänke, traf auf Grundwasser.

Auf Bildschirmen gesteuert

Bei dem Bohrer (Herrenknecht AVN 1200 TC) handelte es sich um eine sogenannte „Automatische Vortriebsmaschine Nassförderung“ mit einem Außendurchmesser von 1,5 Metern. Sie wurde mit Knöpfen anhand von Messwerten auf Bildschirmen gesteuert. Bis zu 12 Stunden lang wurde täglich gebohrt, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Der Tunneldurchbruch ist der Höhepunkt eines 15 Millionen Euro teuren Bauprojekts von ESWE Versorgung: eine insgesamt vier Kilometer lange Gashochdruckleitung. 3050 Meter davon verlaufen unterirdisch. Die neue Leitung wird die Versorgungssicherheit des Gasnetzes in Wiesbaden erhöhen und die Gaslieferung für das geplante Kraftwerk bei InfraServ ermöglichen.

Statt drei Jahre nur 18 Monate Bauzeit

„Das ist unser ambitioniertestes Projekt der letzten Jahre“, berichtet Jörg Höhler, Vorstandsmitglied der ESWE Versorgungs AG.  „Wir hatten erheblichen Zeitdruck, denn bereits im September wollen wir InfraServ anschließen. Für die Planung und den Bau einer solchen Hochdruckleitung veranschlagen Experten üblicherweise drei Jahre. Wir werden es in 18 Monaten schaffen.“

Noch sind einige Meter Rohre (Wandstärke 6,3 Millimeter) zu verlegen – unterirdisch und über Rohrbrücken. Vor den Planern liegen weitere spannende Bereiche. Bei ESWE Versorgung feiern aber alle Baubeteiligten den Tunneldurchbruch und sind begeistert vom bisherigen Projektablauf.

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