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Amtsgericht stellt Verfahren gegen Schiri ein

Verfahren eingestellt - Durch Pfiff erleidet Spieler Tinnitus

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Die Tatwaffe? Oder einfach nur Ausrüstung des Schiedsrichters? Das Amtsgericht Wiesbaden hat den Strafbefehl gegen den 39-jährigen Schiedsrichter aufgehoben

Der Strafbefehl vom Tisch, die Geldbuße aufgehoben - Das Wiesbadener Amtsgericht hat das Verfahren gegen den 39-jährigen Schiedsrichter Pierre Hackler wegen eines zu lauten Pfiffs unter Auflagen eingestellt. Der Schiedsrichter ließ sich auf 80 Sozialstunden ein. Ihm wurde angelastet, dass er während eines Amateur-Fußballspiels einem Spieler aus kürzester Nähe direkt ins Ohr gepfiffen hat - und der dadurch einen Tinnitus erlitt. 

Aus nächster Nähe ins Ohr gepfiffen

Der Unparteiische wollte als während der Partie eine Rudelbildung zwischen Spielern des SC Klarenthal und der Spielvereinigung Sonnenberg auf dem Platz beenden und nutzte am Ende die Trillerpfeife. Laut Amtsgericht pfiff er damit dem Spieler aus einer Entfernung von 10 bis 20 Zentimeter direkt ins Ohr. Der Spieler konnte danach zwar noch weiterspielen, wurde aber kurz darauf vom Feld verwiesen. Im Anschluss zeigte der Spieler Hackler wegen Körperverletzung an. Die Folge: Ein Strafbefehl, eine Geldbuße über 4.500 Euro und die Aufforderung dem Opfer Schmerzensgeld für das geschädigte Ohr zu zahlen. Das hat der Schiri nicht eingesehen und ging gegen das Urteil vor: "Wenn ich verurteilt werde, dann läuft jeder Schiedsrichter sonntags Gefahr mit einem Bein im Gefängnis zu stehen".

Zivilrechtliche Verhandlung wegen Schmerzensgeld steht noch aus

Jetzt hat sich das Amtsgericht das Verfahren eingestellt. Erleichterung beim Amateur-Schiedsrichter, der Unterstützung vom Hessischen-Fußball-Verband und DFB-Vizepräsident Dirk Janotta erhalten hat. Janotta vertrat den Schiedsrichter vor Gericht dabei sogar als Anwalt. Eine zivilrechtliche Verhandlung wird nun die Frage nach dem geforderten Schmerzensgeld klären müssen. Ob sich Hackler noch einmal als Schiedsrichter auf den Platz begibt, das möchte er sich jetzt erst einmal in Ruhe überlegen. 

© FFH/ Robin Eisenmann

Pierre Hackler sieht die Geldstrafe nich ein, da stünde ja jeder Schiri schon mit einem Bein im Gefängnis... 

Konrad Neuhaus

Reporter
Konrad Neuhaus

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