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Überfall auf Hotelrezeption - jetzt Gefägnnis

Überfall auf Hotelrezeption - Wiesbadener Raubtäter geht in Gefängnis

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Symbolbild

Wegen eines schweren Raubüberfalls auf die Rezeption einer Mainzer Hotel muss ein 39-jähriger Wiesbadener für zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis. Das Landgericht in Mainz verurteilte den Mann und ordnete außerdem die Unterbringung in einer Entzugsklinik an. 

Mit einer neuen Arbeitsstelle hatte es nicht geklappt, immer noch forderte seine Drogensucht täglich teuren neuen Nachschub und der Versuch, beim Glückspiel zu gewinnen und wenigstens einmal mit einer ordentlichen Summe Geld nach Hause zu kommen, scheiterte im Mainzer Spielcasino ebenfalls kläglich. In seiner Verzweiflung nahm ein heute 39 Jahre alter Mann aus Wiesbaden deshalb am frühen Morgen des 1. Oktober 2019 betrunken und benebelt von einem „Tabletten-Kokain-Cocktail“ ein Teppichmesser aus seiner Tasche und ging damit auf den Rezeptionisten des Hotels am Casino in der Rheinstraße los.  Er soll noch gefragt haben, wo sich die Kasse befindet. Dann musste er vor einem Sicherheitsmann Reißaus nehmen.

"Ich schäme mich"

Er entschuldigte sich im Prozess auch bei dem Angestellten des Hotels. „Es tut mir echt übelst leid, ich schäme mich für die Tat. Es sind nur noch Bruchstücke, die ich davon im Kopf habe“, hatte der Wiesbadener bereits im März erklärt.  Seit Jahren kämpft der Wiesbadener gegen seine Sucht, er hatte seine Arbeit und die Familie im Laufe der Zeit nach Aussage des 39-Jährigen die Geduld mit ihm verloren. Am 30. September sollte er endlich wieder einen Arbeitsvertrag unterschreiben. „Endlich sollte es wieder bergauf gehen“. Doch dann seien seine Hoffnungen wieder geplatzt, so der Angeklagte. Daheim habe es deshalb an jenem Tag Streit gegeben, „wieder meinten alle, ich habe erneut versagt.“  Planlos und frustriert sei er durch Wiesbaden gelaufen, habe sich in einer Apotheke einen 100er Pack Beruhigungstabletten gekauft, von denen er bis in die Nacht 70 geschluckt haben will. Obendrauf gab es Kokain, dass er sich tagsüber für 300 Euro gekauft hatte, wie er erzählte.

Pech im Casino

Wie und wann er nach Mainz kam, konnte der 39-Jährige nicht mehr sagen. Im Spielcasino hoffte er auf ein bisschen Glück, doch seine Pechsträhne setzte sich fort. Dann der Überfall, an den er sich nicht konkret erinnern konnte. „Aber als ich das Video von der Überwachungskamera sah, habe ich mich wirklich geschämt.“ Darauf hatte er seine Tat genau nachverfolgen können. Eine Schublade hatte er hinter dem Tresen der Rezeption noch geöffnet, um nach Geld zu suchen, dann war ein Mann der Security gekommen, der jetzt Angeklagte konnte fliehen. Kam allerdings eine Stunde später zurück, weil er wieder ins Casino wollte. Hierbei war der 39-Jährige den wegen des Raubversuchs gerufenen und noch anwesenden Polizisten direkt in die Arme gelaufen.

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