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Sonntag Zeit umstellen: Eine Stunde zurück!

Sonntag: Ende der Sommerzeit - Die Uhren eine Stunde zurück!

Warum stellen wir die Zeit um?

Eigentlich soll die Zeitumstellung Energie sparen - doch bis heute wird über den Sinn dieser Maßnahme diskutiert. 

Die Geschichte der Uhrumstellung ist in Deutschland ein ewiges hin und her. Erstmals wurde die Sommerzeit schon zur Zeit des Kaiserreichs im Jahr 1916 eingeführt. Damals um das Tageslicht während des 1. Weltkriegs besser nutzen zu können. Seit dem wurde sie mehrfach abgeschafft und dann wieder eingeführt. Zuletzt im Jahr 1980 - in den Jahren zuvor hatten viele Länder im Zuge der Ölkrise eine Zeitumstellung eingeführt, um Energie zu sparen, Deutschland ist dann nachgezogen. Die Idee dahinter: Wenn es abends länger hell bleibt, müssen Lichter erst eine Stunde später angeschaltet werden und das spart Strom. 

So einfach ist es allerdings nicht. Das Umweltbundesamt etwa sagt: Auch wenn man am Abend elektrisches Licht spart, benötigt man im Frühjahr und Herbst mehr Wärme am Morgen. Es wird mehr geheizt. Stellt man dies gegenüber, heben sich die beiden Effekte gegenseitig auf.

Abschaffen? Ändern? Und wenn ja, wie? Noch steht nicht fest, was und wann sich ändert, und solange gilt:

Zweimal im Jahr wird die Uhr umgestellt. Diesen Sonntag war es wieder soweit!

Die Uhren wurden eine Stunde zurückgestellt!

Am 31. Oktober sprang die Uhr von 2:59 zurück auf 2:00. Damit haben wir die Stunde zurück, die die Sommerzeit uns im Frühling geklaut hat.

Eure Smartphones und Computer haben die Umstellung von selbst gemacht. Wer noch herkömmliche Uhren nutzt: Nicht vergessen, diese eine Stunde zurück zu stellen.

Probleme nach der Zeitumstellung

Immer wieder wird auch von gesundheitliche Folgen der Zeitumstellung gewarnt. Doch stimmt das, ist die Zeitumstellung wirklich schädlich für uns?

Diplom Psychologe Werner Cassel vom Schlafzentrum der Uniklinik Kassel sagt im FFH-Interview dass die Zeitumstellung tatsächlich Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. Hochgradig gefährlich sei dies aber nicht. Dabei verweist Cassel vor allem auf unsere Urlaubsreisen, die ja einen ähnlichen Effekt haben: "Es geht einfach darum, unsere innere Uhr um eine Stunde zu verstellen. Wenn das nicht möglich wäre, könnte niemand aus der USA zurückkommen und hier wieder Fuß fassen". 

Mehr Kreislaufprobleme, mehr Unfälle

Allerdings berichtet Cassel auch, dass sich die Zeitumstellung auf unseren Organismus auswirken kann - aber nicht muss. So hätten Beispielsweise herzkranke Menschen oder Menschen mit Schlafmangel nach der Zeitumstellung ein höheres Risiko, mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Herzinfarkten in die Notaufnahme zu kommen.

Außerdem kommt es zu mehr Autounfälle in den Tagen nach der Zeitumstellung. Wie groß der Effekt ist, ist allerdings umstritten. In einer Studie aus dem Jahr 2019 haben US-Forscher Unfallstatistiken von 20 Jahren ausgewertet. Ihr Fazit: Von jährlich rund 30.000 tödlichen Verkehrsunfällen in den USA gehen 28 auf das Konto der Zeitumstellung.

Wieviele Menschen haben gesundheitliche Probleme wegen der Zeitumstellung?

Beim persönlichen Empfinden ist das Land gespalten. Laut einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit geben 28 Prozent der Befragten an, dass sie schon einmal gesundheitliche oder psychiche Probleme mit der Umstellung auf die Winterzeit hatten. Allerdings geben auch 72 Prozent der Befragten an, sie können sich nicht erinnern, dass ihnen die Zeitumstellung schon einmal Probleme bereitet hätte.

Mehr Tageslicht für Aktivitäten dank Sommerzeit

Wichtigstes Argument der Beführworter der Zeitumstellung: Wir haben mehr Tageslicht durch die Zeitumstellung und können damit die meiste Zeit unseres Wachzustands im Tageslicht nutzen. Im Sommer geht die Sonne zwar eine Stunde später auf, aber die meisten von uns schlafen da sowieso noch.

Abends geht sie dafür eine Stunde später unter und wir haben lange Abende, bei denen wir die letzten Sonnenstrahlen nochmal richtig genießen können. Gerade im Frühjahr und Herbst macht diese Stunde für viele Menschen den Unterschied, ob sie nach Feierabend noch etwas Tageslicht abbekommen oder nicht. Zur Winterzeit wird es zwar schneller dunkel, dafür haben wir am Morgen mehr Licht und eine Stunde mehr Schlaf.

Zeitumstellung: Vor? Zurück? Oder wie?

Jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober wird die Zeit umgestellt: Und zwar im Frühjahr eine Stunde vor (nach 1:59 Uhr folgt also 3:00 Uhr) und im Herbst um eine Stunde zurück (nach 2:59 Uhr folgt wieder 2:00 Uhr).

Mit diesen Eselsbrücken werdet ihr auch nie mehr vergessen, in welche Richtung umgestellt werden muss:

Für Eisesser:
Im Frühling stellt man die Stühle VOR das Lokal - im Herbst kommen die Stühle ZURÜCK ins Lager.

Für Temperatur-Empfindliche:
Im Winter herrschen Minusgrade, und im Sommer Plus.

Für Verschlafene:
Im Winter braucht man mehr Schlaf, deswegen darf man ne Stunde länger schlafen morgens. Im Sommer braucht man weniger Schlaf also wird einem eine Stunde morgens genommen.

Für Mode-Interessierte
Im Frühling kommen immer mehr leicht bekleidete Menschen hervor. Im Herbst geht das dann zurück.

Für Sommer-Fans:
Der Sommer ist eine positive Jahreszeit – also plus eine Stunde. Winter ist eine negative Jahreszeit – also minus eine Stunde.

Für Sportler:
Im Sommer bist du aktiv (stell dir vor, wie du los joggst und dich nach vorne beugst), also stellst du die Uhr vor. Im Winter bist du furchtbar müde (stell dir vor, wie du nach hinten ins Bett fällst), also stellst du die Uhr zurück.

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