NachrichtenMagazin >

Kinotipp: Gott, du kannst ein Arsch sein

Drama mit Starbesetzung - Kinotipp: Gott, du kannst ein Arsch sein

Ein Drama mit Starbesetzung: Til Schweiger, Heike Makatsch, Benno Fürmann, Jürgen Vogel, Jasmin Gerat. FFH-Kinomann Volker Willner urteilt: Der tragikomische Roadtrip hat Herz und Humor.

Zehn Euro kostet das Kinoticket, acht ist es wert.

Alles läuft super für die 16-jährige Steffi (Sinje Irslinger): Sie hat die Mittlere Reife in der Tasche und freut sich auf die Abschlussfahrt nach Paris. Doch dann reißt ihr die Diagnose Krebs den Boden unter den Füßen weg. Ihr bleiben nur wenige Monate. Steffi beschließt, trotzdem nach Paris zu fahren und haut ab von zuhause – mit einem jungen Zirkusartisten. Ihre Eltern versuchen, sie einzuholen. Die Fahrt wird für alle zum Abenteuer zwischen Lachen und Weinen.

Todkranke auf letzter großer Fahrt, das ist keine neue Filmidee. „Knocking on Heaven’s Door“ oder „Der geilste Tag“ liefern deutsche Beispiele. „Gott, Du kannst ein Arsch sein“ spielt die bekannten Versatzstücke gekonnt aus, fügt allerdings auch wenig Neues hinzu. 

Interview mit Heike Makatsch

Julia und Daniel aus "Guten Morgen, Hessen" haben mit der Schauspielerin über den Film gesprochen.

„Die Indianer trauern nicht, wenn einer stirbt. Die feiern das sogar. Weil das die nächste Station ist“, sagt Jasmin Gerat als Barfrau zur todkranken Steffi Das gibt die Stimmung des Films wieder, der auf einer wahren Geschichte basiert. Zwar ist es herzzerreißend, wie Steffi und ihre Eltern die furchtbare Nachricht bekommen. Aber gegen solche Szenen setzt der Film gut ausbalanciert Lebensfreude und Komik, auch wenn Benno Fürmann als tobender Tankwart mächtig übers Ziel hinausschießt.

Die Hauptdarsteller tragen die Geschichte souverän: Till Schweiger als Steffis Vater und Pfarrer, dem sein Gott plötzlich nicht mehr alle Fragen beantworten kann. Heike Makatsch als Mutter, die sich ins Aktionistische flüchtet, bevor sie es schafft, sich wirklich in ihre Tochter hineinzufühlen. Und Sinje Irslinger als Steffi, die sich trotzig auf den Weg nach Paris macht statt ins Krankenhaus.  Das Leben feiern will der Film. Deshalb zeigt er uns, begleitet von einem luftig-leichten Soundtrack, nur die ersten Tage nach Steffis Diagnose. Da zeigt das tapfere Mädchen noch keine Symptome. Als sie sich im Morgengrauen in ein Gebüsch übergibt, antwortet sie auf die Frage „Ist das der Krebs?“ – „Nein, der Tequila.“

Trailer: Gott, du kannst ein Arsch sein

© Leonine
Volker Willner

Reporter
Volker Willner

nach oben