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Diese Regeln gelten bei Reisen in den Herbstferien

Reisehinweise für den Herbst - Experte klärt über neue Regelungen auf

© dpa

Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss in Quarantäne - ab Mitte Oktober verschärfen sich die Regeln.

Pünktlich zu den Herbstferien hebt das Auswärtige Amt die pauschale Reisewarnung für Länder auf. Bereits ab dem 1. Oktober gelten differenziertere Reise- und Sicherheitshinweise. Ab Mitte Oktober treten dann auch verschärfte Quarantäneregeln in Kraft. Wir haben Kay Rodegra, Rechtsexperte für Reise- und Flugverkehr, gefragt, was sich dadurch ändert und worauf ihr bei eurer Reise achten solltet.

Nicht nur bei Reisen ins Ausland, sondern auch in Deutschland gilt besondere Vorsicht, wie Rodegra erklärt: "Auch in Deutschland können Regionen als sogenannte Risikogebiete ausgezeichnet werden." Es können dann Reisebeschränkungen für Bewohner der betreffenden Regionen ausgesprochen werden, etwa Beherbungs- oder Einreiseverbote in anderen Bundesländern.

Rodegra rät für Auslandreisen: "Jeder Urlauber sollte sich vor Antritt einer Reise auf der Internetseite des Auswärtigen Amts darüber informieren, ob das Urlaubsland mit einer Reisewarnung belegt ist." Zudem lohne sich der Blick auf die Webseite des Robert-Koch-Institut. Dort werden die Corona-Risikogebiete aufgelistet und aktualisiert. 

Besser vorher informieren und kurzfristig buchen

Wohne ich in einem als Risikogebiet ausgewiesenen Ort, kann das Verreisen generell zum Problem werden: "Hier kann es sein, dass ich auch bei Reisen innerhalb Deutschlands Schwierigkeiten bekomme, beispielsweise, wenn Bundesländer Beherbergungsverbote oder Einreiseverbote ausgewiesen haben, ich am Urlaubsort in Quarantäne gehen oder einen negativen Corona-Test vorweisen muss", so Rodegra. Bei Auslandsreisen können ebenfalls Einreiseverbote für Bewohner betroffener Gebiete bestehen.

Daher rät der Experte, sich bereits kurz vor Antritt der Reise genau zu informeiren und auch beim jeweiligen Hotel nachzufragen. Wie sich die Lage im kommenden Jahr entwickelt, sei schwer abzuschätzen, daher empfiehlt Rodegra, Individualreisen besser kurzfristig zu buchen. Pauschalreisen bieten einen besseren Schutz, da man von diesen kostenfrei zurücktreten kann, sollte es nach der Buchung zum Zeitpunkt des Reiseantritts zu erheblichen Beeinträchtigungen oder einer Gefahrenlage kommen.

Corona-Test entscheidet derzeit über Quarantäne

Wer als Rückreisender aus einem Risikogebiet nach Deutschland kommt, muss sich nach der aktuellen Regelung sofort in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. "Die Quarantäne kann vorzeitig aufgehoben werden, wenn man einen negativen Corona-Test vorweisen kann", so Rodegra.

"Wer das umgehen will, kann bereits einen Test im Urlaubsland machen. Der Test muss allerdings vom Robert-Koch-Institut anerkannt und der Test nicht älter als 48 Stunden sein." Dann entfällt die Quarantäne-Pflicht. In den hessischen Herbstferien bleibt diese Regelung bestehen. 

Verschärfte Regeln ab Mitte Oktober

Ab dem 15. Oktober gilt voraussichtlich: "Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurückreist, muss sich in Deutschland erstmal fünf Tage in Quarantäne begeben und erst dann kann er einen Corona-Test machen. "Die Quarantäne darf er erst dann verlassen, wenn der Test negativ ausfällt", erklärt der Rechtsexperte.

Zudem soll außerdem gelten: "Wer wissentlich in ein Risikogebiet fährt, der soll einen möglichen Verdienstausfall durch Quarantänemaßnahmem nicht mehr nach dem Infektionsschutzgesetz entschädigt bekommen." Daraus könnten sich auch arbeitsrechtliche Probleme ergeben, wenn man nicht mehr rechtzeitig zum Arbeitsplatz zurückkommt.

Der Experte rät zu Pauschalreisen

Besser seien in diesen Coronazeiten in jedem Fall Pauschalreisen: "Bei Reisen, die über einen Reiseveranstalter gebucht werden, sind die Rechte des Reisenden umfangreicher, als bei Individualreisenden", so Rodegra. Wird  nach Buchung der Reise der Urlaubsort zum geplanten Reiseantritt als Corona-Risikogebiet eingestuft und erhält eine Reisewarnung, können Kunden kostenfrei zurücktreten und haben Anspruch auf die Erstattung des Reisepreises.

Schutz bietet das Pauschalreiserecht auch, wenn der Urlaubsort nach der Anreise als Corona-Risikogebiet eingestuft wird. "Dann besteht die Möglichkeit, die Reise vorzeitig zu beenden und man bekommt einen Teil des Reisepreises zurück. Der Reiseveranstalter muss auch den Flug, sofern er in der Pauschalreise enthalten ist, vorzeitig bereitsstellen." Mehrkosten, die dadurch entstehen, dürfe der Reiseveranstalter den Kunden nicht in Rechnung stellen.

Individualreisende können auf Kosten sitzen bleiben

Bei Individualreisen sei das nicht der Fall. "Der Individualtourist muss seine vorzeitige Abreise selbst planen und auch bezahlen." Wird die Reise vor Antritt abgesagt, da das Urlaubsland als Risikogebiet eingestuft wird, kann derjenige, der die Reise gebucht hat, auf den Kosten für die Stornierung sitzen bleiben. so Rodegra.

Das gelte vor allem dann, wenn der Flug erbracht werden könne oder das Hotel Leistungen zur Verfügung stellt. Anders sieht es aber beispielsweise aus, wenn für ein Land ein Einreiseverbot besteht, dann bekommt man auch als Individualtourist den Ticketpreis bzw. die Hotelkosten zurück.

Kay Rodegras Einschätzungen zum Nachhören

Kann ich kostenfrei stornieren, wenn mein Reiseziel zum Risikogebiet wird?

Was ist, wenn das Reiseland während des Urlaubs zum Risikogebiet wird?

Was bedeuten die veränderten Quarantäne-Regeln ab dem 15. Oktober?

Was ist dann, wenn ich wissentlich in ein Risikogebiet fahre?

Worauf sollte ich generell vor Reisebeginn achten?

Kann ein Hotel mich ablehnen, wenn mein Wohnort zum Risikogebiet erklärt wird?

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